Ende September ist es wieder so weit: Am 30. September 2026 läuft in weiten Teilen der Schweiz der offizielle Kündigungstermin ab, und Zehntausende Haushalte wechseln die Wohnung. Wer schon einmal an einem Zügeltermin umgezogen ist, kennt das Bild – ausgebuchte Umzugswagen, volle Treppenhäuser und am Strassenrand: Möbel, die es nicht in die neue Wohnung geschafft haben.
Genau darum geht es in diesem Artikel. Nicht ums Zügeln selbst, sondern um alles, was nicht mitkommt. Denn dafür gibt es einen richtig guten und einen richtig teuren Weg – und der Unterschied liegt vor allem im Timing.
Warum der Zügeltermin zur Wegwerf-Falle wird
Beim Umzug gilt: Die Wohnung muss leer und sauber übergeben werden, sonst drohen Abzüge beim Depot oder Zusatzkosten. Wer eine Woche vor der Übergabe merkt, dass Sofa, Schrank und Balkonmöbel nicht mitkommen, hat kaum noch Optionen: Sperrgut-Abholung bestellen (kostet schnell dreistellige Beträge) oder in Panik entsorgen.
Dabei wäre fast alles davon verschenkbar gewesen. Der September ist sogar der beste Monat dafür: Semesterstart, Zuzüger, andere Umziehende – die Nachfrage nach Gratis-Möbeln ist im Spätsommer so hoch wie sonst kaum im Jahr. Was fehlt, ist meistens nur der Vorlauf.
Der Countdown-Plan bis zum 30. September
8 Wochen vorher (Anfang August): Aussortieren. Geh Zimmer für Zimmer durch und entscheide bei jedem grösseren Stück: kommt mit, wird verschenkt, wird entsorgt. Faustregel: Was du seit einem Jahr nicht gebraucht hast und was in der neuen Wohnung keinen fixen Platz hat, kommt nicht mit. Eine gute Anleitung dafür findest du im Guide Sachen loswerden ohne Stress.
6 Wochen vorher: Grosse Möbel inserieren. Sofa, Schrank, Bett, Esstisch – alles, was sperrig ist, jetzt auf Pikitup einstellen. Grosse Stücke brauchen am längsten, weil Abholer ein Auto oder Anhänger organisieren müssen. Sechs Wochen klingen früh, aber du kannst das Möbel ja bis zur Abholung weiterbenutzen und im Inserat einfach das Abholfenster angeben: «Abholung bis 26. September».
4 Wochen vorher: Mittelgrosses und Kisten-Kram. Regale, Stühle, Lampen, Küchengeräte, Bücherkisten, Pflanzen. Hier geht es meist schnell – oft ist etwas noch am selben Tag weg.
2 Wochen vorher: Der Rest. Alles, was beim Packen noch auftaucht. Kleinzeug lässt sich gut bündeln («Kiste mit Küchenzubehör, komplett abzuholen»).
Letzte Woche: Nur noch Notfälle. Was jetzt noch da ist und wirklich niemand wollte, gehört zum Recyclinghof – aber wenn du dem Plan gefolgt bist, ist das erstaunlich wenig.
Warum nicht einfach auf die Strasse stellen?
Weil es verboten ist. Möbel mit «Gratis zum Mitnehmen»-Zettel auf dem Trottoir gelten als illegale Abfallentsorgung, und gerade um die Zügeltermine herum schauen die Städte genauer hin – es drohen Bussen von mehreren hundert Franken. Abgesehen davon: Ein Regenschauer, und aus deinem brauchbaren Sofa ist tatsächlich Abfall geworden.
Der legale Weg ist genauso bequem: Auf Pikitup einstellen, und die Interessenten kommen zu dir – das Möbel bleibt bis zur Abholung trocken in der Wohnung.
Spezialfall WG-Auflösung und Auslandwegzug
Wenn gleich ein ganzer Haushalt aufgelöst wird – WG-Ende, Zusammenzug, Wegzug ins Ausland – lohnt sich ein systematischeres Vorgehen. Dafür haben wir eigene Guides: WG-Auflösung: Sachen loswerden und Haushaltsauflösung richtig angehen.
Das Fazit
Der Zügeltermin Ende September ist planbar – er steht ja seit der Kündigung fest. Wer die Verschenk-Aktion sechs Wochen vorher startet, übergibt die Wohnung ohne Sperrgut-Rechnung, ohne Trottoir-Busse und ohne Last-Minute-Stress. Und das gute Gefühl, dass die eigenen Möbel weiterleben statt geschreddert zu werden, gibt es gratis dazu.