Bei den meisten Möbeln reicht eine Sperrgutmarke für ein paar Franken, und die Sache ist erledigt. Beim Klavier ist das anders, und wer das zum ersten Mal recherchiert, ist meist überrascht: Ein Klavier gehört zu den wenigen Gegenständen im Haushalt, deren Entsorgung tatsächlich mehrere Hundert Franken kosten kann. Der Grund liegt im Gewicht – und genau deshalb lohnt sich hier der Blick auf die gratis Alternative besonders.
Warum ein Klavier nicht einfach Sperrgut ist
Ein aufrechtes Klavier (Pianino) wiegt zwischen 200 und 280 Kilogramm, allein der gusseiserne Rahmen bringt 80 bis 200 Kilo auf die Waage. Ein Flügel kommt je nach Grösse auf 230 bis 550 Kilogramm. Zum Vergleich: Das ist etwa so schwer wie ein ausgewachsener Eisbär. Damit fällt ein Klavier bei den meisten Gemeinden durch das normale Sperrgut-Raster – viele Städte verlangen für Klaviere eine gesonderte Anmeldung als Sondersperrgut, nicht die reguläre Sperrgutmarke, und der Transport bis zur Strasse bleibt Sache der wohnungsinhabenden Person.
Wer es dennoch selbst zum Recyclinghof bringen könnte (was in der Praxis kaum jemand ohne professionelle Ausrüstung schafft), zahlt dort den normalen Gewichtstarif – in Zürich etwa CHF 22.70 für die ersten 100 kg, danach CHF 19.45 pro weitere 100 kg. Bei einem 250-Kilo-Pianino wären das rein rechnerisch schon rund CHF 60 an Materialgebühr. Das eigentliche Geld kostet aber nicht die Gebühr am Recyclinghof, sondern der Transport dahin.
Was die professionelle Entsorgung kostet
Weil kaum jemand ein Klavier allein die Treppe runterbekommt, übernehmen in der Praxis spezialisierte Räumungs- und Klaviertransport-Firmen die Entsorgung komplett – Abholung, Zerlegen, fachgerechte Entsorgung. Nach ausgewerteten Preisangaben von Schweizer Anbietern bewegen sich die Kosten in etwa so:
| Klaviertyp | Situation | Kosten |
|---|---|---|
| Pianino (aufrecht) | Erdgeschoss, guter Zugang | CHF 250 – 380 |
| Pianino (aufrecht) | 2.–4. Stock ohne Lift | CHF 400 – 600 |
| Stutzflügel | Erdgeschoss | CHF 500 – 750 |
| Konzertflügel | Sonderausrüstung nötig | CHF 750 – 1'200 |
| Zusätzliche Etage | pro Stockwerk ohne Lift | CHF 30 – 80 |
Basierend auf ausgewerteten Preisdaten von Schweizer Vergleichsplattformen und Klaviertransport-Anbietern, Stand 2026. Ein Lift mit ausreichender Grösse reduziert die Kosten spürbar; enge Treppenhäuser und schmale Türrahmen erhöhen sie, weil dann Spezialausrüstung wie Klaviergurte oder ein Treppensteiger nötig wird.
Der Hauptkostentreiber ist fast immer dieselbe Kombination: Gewicht plus Etage ohne Lift. Ein Flügel braucht zusätzlich oft einen Kranwagen oder eine Fensterentnahme, wenn er nicht durchs Treppenhaus passt – das treibt den Preis in den oberen Bereich der Spanne.
Der Denkfehler: Ein spielbares Klavier ist bares Geld wert
Genau hier lohnt sich die zweite Frage, bevor eine Entsorgungsfirma gebucht wird: Spielt das Klavier noch, hält es die Stimmung einigermassen und hat es keine grösseren Schäden am Resonanzboden? Dann ist es kein Fall für die Entsorgung, sondern für ein Inserat. Ein gebrauchtes, spielbares Klavier kostet neu gekauft oder generalüberholt schnell mehrere Tausend Franken – für Familien mit musizierenden Kindern, Musikschulen oder Hobbymusiker:innen ist ein gratis Klavier ein sehr gefragter Fund, auch wenn eine Stimmung nach dem Transport ansteht.
Ein zusätzlicher Grund, warum sich Verschenken beim Klavier besonders lohnt: Viele Brockenhäuser nehmen aus genau denselben Platz- und Transportgründen inzwischen keine Klaviere mehr an. Der klassische Zweitverwertungsweg ist damit für viele Haushalte weggefallen – Pikitup füllt genau diese Lücke, weil die Abholung direkt zwischen dir und der interessierten Person stattfindet, ohne Zwischenlager.
So verschenkst du dein Klavier
Stell es auf Pikitup ein – Foto von vorne und mit geöffnetem Deckel, Marke und Baujahr (meist im Inneren oder auf einem Schild an der Mechanik zu finden), letztes Stimmdatum falls bekannt, und ehrlich, ob es sich um ein Pianino oder einen Flügel handelt. Gib unbedingt auch Etage und Liftverfügbarkeit an – das ist bei einem Klavier die wichtigste Angabe überhaupt, weil sie direkt entscheidet, ob und wie jemand den Transport organisieren kann.
Sei zusätzlich transparent bei offensichtlichen Mängeln: klemmende Tasten, fehlende Pedale, sichtbare Risse im Gehäuse. Interessierte an einem gratis Klavier rechnen ohnehin mit einer Stimmung danach, aber grössere technische Probleme sollten vorher bekannt sein. In Zürich, Bern und Basel melden sich für ein spielbares, gratis abzugebendes Klavier erfahrungsgemäss innert Tagen mehrere Interessierte, oft mit eigenem Klaviertransport organisiert.
Wann Entsorgen wirklich der richtige Weg ist
Ein durchfeuchteter Resonanzboden, gerissene Stimmstöcke, ein irreparabel verzogenes Gehäuse oder jahrzehntelanger Leerstand ohne jede Pflege – solche Klaviere sind für die allermeisten Interessierten keine Option mehr, selbst gratis. Auch hier gilt: Lieber ehrlich zur professionellen Entsorgung, als jemandem ein Klavier zu verschenken, das nur mit hohem Aufwand wieder spielbar wäre. Ein Blick in unseren Grundlagen-Artikel Sperrgut entsorgen: Was es kostet – und wie du es gratis loswirst lohnt sich auch beim Rest der Wohnungsauflösung.
Kurz zusammengefasst
- Ein Klavier ist wegen seines Gewichts kein normales Sperrgut – professionelle Entsorgung kostet realistisch CHF 250 bis 1'200.
- Spielt es noch, ist Verschenken über Pikitup die mit Abstand günstigere und oft schnellere Option.
- Etage und Liftzugang unbedingt im Inserat angeben – das entscheidet über die Nachfrage.
- Nur ein wirklich irreparables Klavier gehört zur kostenpflichtigen Entsorgung.
Zwischen mehreren Hundert Franken Entsorgungskosten und einer glücklichen Familie, die endlich ein Klavier für den Musikunterricht hat, liegt meistens nur ein gutes Foto und eine ehrliche Beschreibung.