Der Drucker hat ausgedient, oder das Homeoffice wird neu eingerichtet – und die erste Frage ist wie immer: Was kostet die Entsorgung? Bei Bürogeräten wie dem Drucker ist die Antwort dieselbe wie beim Fernseher: Die Rückgabe ist gratis, läuft aber über eine andere Organisation als bei Kühlschrank oder Waschmaschine.
Warum Swico statt SENS zuständig ist
SENS eRecycling und Swico Recycling teilen sich die Rücknahme von Elektro- und Elektronikgeräten in der Schweiz auf: SENS ist vor allem für Haushaltgrossgeräte zuständig, Swico für Informatik, Unterhaltungselektronik und Bürogeräte. Auf der eigenen Kategorienliste führt Swico Recycling Drucker explizit unter der Sparte Informatik auf, zusammen mit Bildschirmen, Notebooks, Scannern und PCs.
Beide Systeme arbeiten nach demselben Prinzip, finanziert über den vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB): Du bezahlst ihn beim Kauf eines neuen Geräts automatisch mit, die spätere Entsorgung ist damit bereits gedeckt. Swico selbst beschreibt es so: "Als Privatperson haben Sie zwei Möglichkeiten, Ihr Gerät kostenlos und umweltgerecht zu entsorgen" – über rund 600 Swico-Abgabestellen im ganzen Land oder direkt bei der Verkaufsstelle. Auch hier ist ein Neukauf keine Voraussetzung für die gratis Rückgabe.
Wo du deinen alten Drucker gratis abgeben kannst
1. Jede Verkaufsstelle, die Drucker führt. Elektronikhändler wie Fust, Interdiscount oder Media Markt, aber auch Bürofachgeschäfte müssen alte Geräte derselben Kategorie zurücknehmen – unabhängig davon, wo du das neue Gerät gekauft hast.
2. Die städtischen Recyclinghöfe. Elektrogeräte sind an den meisten Sammelstellen explizit gratis, egal ob sie über SENS oder Swico laufen – für dich läuft die Abgabe am selben Ort und gleich ab. Adressen und Öffnungszeiten findest du in unseren Entsorgungskalendern.
Sonderfall Toner und Tintenpatronen
Anders als beim Drucker selbst gibt es für Tonerkartuschen und Tintenpatronen oft einen eigenen, noch einfacheren Rückgabeweg: Viele Hersteller und grössere Bürobedarfshändler nehmen leere Kartuschen direkt zurück, teils sogar per Post, unabhängig von der Geräte-Rückgabe. Es lohnt sich, das getrennt zu betrachten – wenn du nur Verbrauchsmaterial entsorgen willst, brauchst du dafür nicht extra zur Sammelstelle für Elektrogeräte zu fahren.
Was mit dem Gerät nach der Rückgabe passiert
Ein zurückgegebener Drucker wird bei Swico Recycling zerlegt: Platinen werden wegen ihrer Edelmetallanteile separat aufbereitet, Gehäusekunststoffe sortenrein getrennt, Metallteile wie Antriebswellen und Motoren dem Rohstoffkreislauf zugeführt. Genau diesen Prozess deckt der vRB ab – deshalb bleibt die Rückgabe für dich gratis, obwohl dahinter ein aufwendiges Recyclingverfahren steht.
Vor der Abgabe: Daten und WLAN-Zugang löschen
Ein Punkt, der beim Drucker leicht vergessen geht: Viele Multifunktionsgeräte speichern intern gescannte Dokumente, Faxprotokolle oder das WLAN-Passwort deines Heimnetzwerks. Setze das Gerät vor der Rückgabe oder Weitergabe über das Menü auf Werkseinstellungen zurück – bei den meisten Modellen findet sich die Option unter "Einstellungen" oder "Systemverwaltung". Das dauert wenige Minuten und verhindert, dass private Daten oder Netzwerkzugänge bei der nächsten Person landen.
Wenn er noch funktioniert: verschenken statt zurückgeben
Ein Drucker, der noch zuverlässig druckt, ist kein Fall für Swico Recycling – besonders neuere Multifunktionsgeräte mit Scanner und Kopierfunktion sind für Homeoffice, Studierende oder kleine Vereine gefragt.
Stell deinen Drucker auf Pikitup ein und nenne im Inserat Modellbezeichnung, Anschluss (USB, WLAN), und ob Tinte oder Toner noch vorhanden beziehungsweise im Lieferumfang enthalten ist. In Zürich, Bern und St. Gallen sind funktionierende Drucker regelmässig gefragt, besonders zum Semesterstart.
Ein ehrlicher Hinweis, der sich für beide Seiten lohnt: Bei älteren Tintenstrahldruckern sind passende Patronen im Handel oft kaum mehr oder nur noch teuer erhältlich – ein "gratis" Drucker kann für die empfangende Person am Ende teurer werden als ein neues Einstiegsgerät. Erwähne im Inserat deshalb, ob es sich um ein gängiges, noch unterstütztes Modell handelt. Mehr zum sicheren Umgang mit gebrauchter Elektronik liest du in Gratis Elektronik: Was du nehmen kannst und wovon du die Finger lässt.
Wann Verschenken keine gute Idee ist
Ein Drucker mit Papierstau-Dauerproblem, verschlissenen Druckwalzen, eingetrocknetem Druckkopf oder einem längst nicht mehr erhältlichen Patronen-Modell gehört nicht verschenkt – solche Geräte landen bei der empfangenden Person doch nur auf dem Recyclinghof, nur eben bei ihr statt bei dir.
Faustregel: Druckt er zuverlässig und sind Patronen oder Toner noch problemlos erhältlich? Verschenken. Dauerhafte Defekte oder ausgelaufenes Verbrauchsmaterial-Sortiment? Zurück zur Verkaufsstelle oder zum Recyclinghof – kostenlos dank vRB und Swico Recycling.
Kurz zusammengefasst
- Drucker-Rücknahme läuft in der Schweiz über Swico Recycling statt SENS – für dich bleibt es trotzdem gratis, ohne Kaufzwang.
- Rund 600 Swico-Abgabestellen plus jede Verkaufsstelle, die Drucker verkauft.
- Leere Toner und Tintenpatronen lassen sich oft separat und einfacher zurückgeben als das ganze Gerät.
- Druckt er zuverlässig und sind Patronen noch erhältlich, ist Verschenken über Pikitup die bessere Wahl.
So verschwindet der alte Drucker vom Schreibtisch – ob er bei jemand anderem ein zweites Leben bekommt oder fachgerecht recycelt wird, kostet dich in beiden Fällen keinen Franken.