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Vor den Sommerferien: Kinderkram, der jetzt weggehört

Sechs Wochen bis zu den grossen Ferien. Bevor ihr Koffer packt, lohnt sich ein ehrlicher Blick aufs Kinderzimmer – was eure Kinder rausgewachsen sind, sucht gerade jemand zwei Strassen weiter.

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David Novotny

24. Mai 2026

Vor den Sommerferien: Kinderkram, der jetzt weggehört

Ende Mai, und das Schuljahr ist auf der Zielgeraden. In sechs bis sieben Wochen starten in den meisten Kantonen die Sommerferien, und Eltern wissen, was das heisst: Halbtage, Lager, Reisen, eine Wohnung, die sich anfühlt, als würde sie aus allen Nähten platzen.

Wenn ich mit anderen Eltern rede, ist immer das gleiche Bild: Im Juli wird gehetzt gepackt und gleichzeitig versucht, irgendwie noch das Kinderzimmer halbwegs in den Griff zu kriegen. Beides funktioniert nicht. Mein Vorschlag, weil ich es selber gerade durchziehe: jetzt machen. Vor den Ferien, nicht währenddessen.

Was zwischen März und Mai passiert ist

Kinder wachsen schubweise, und der Frühling ist ein Schub. Drei Sachen, die in den meisten Familien gerade veraltet sind:

Schuhe und Übergangsjacken. Die Sneakers vom letzten Sommer passen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr. Frühlings- und Übergangsjacken werden für den Sommer eh weggeräumt – die kleineren Grössen kommen nicht mehr zurück, weil die Kinder im Herbst zwei Nummern grösser sind.

Schulrucksäcke und Etuis. Wer in die nächste Stufe wechselt (Kindergarten → 1. Klasse, Primar → Sek), kriegt oft sowieso einen neuen. Der alte ist meistens noch absolut ok.

Spielzeug, das eine Phase war. Bei uns war es ein halbes Jahr lang Magnet-Bausteine. Dann war es ein anderes Set. Dann war es Lego. Die Magnet-Bausteine stehen jetzt in einer Box, die seit Februar nicht mehr offen war. Das ist der klassische Kandidat fürs Weitergeben.

Warum jetzt der richtige Moment ist

Drei Gründe, warum die Wochen vor den Sommerferien besser sind als Juli oder August:

  1. Die Nachfrage ist gerade hoch. Andere Eltern denken auch an den Sommer und schauen, was die Kinder noch brauchen. Sandalen, kurze Hosen, Badesachen – die werden jetzt gesucht, nicht im August.
  2. Ihr habt noch Zeit. Im Juli ist niemand entspannt. Jetzt habt ihr abends zehn Minuten, um eine Box rauszuziehen und drei Sachen zu fotografieren.
  3. Nach den Ferien ist Schulanfang. Wer im August einen Berg Kinderkram weggeben will, konkurriert mit allen anderen Eltern, die genau das Gleiche tun. Im Juni habt ihr die Bühne fast für euch.

Kinderzimmer mit aufgeräumten Boxen
Kinderzimmer mit aufgeräumten Boxen

Wie ich das mache

Ich bin kein Marie-Kondo-Typ, und mit Kindern funktioniert das ohnehin nicht. Was bei uns klappt:

Pro Kind eine Stunde, ein Mal. Nicht versuchen, das ganze Zimmer aufzuräumen. Eine Schublade, eine Box, ein Schrank. Drei Stapel: behalten, weitergeben, kaputt/wegwerfen. Wenn ein Kind alt genug ist, lass es mitentscheiden – auch wenn das langsamer geht.

Direkt nach dem Sortieren fotografieren. Wenn die Box mit den Sachen zum Weitergeben erstmal im Gang steht, bleibt sie da drei Wochen. Wenn ihr direkt inseriert, ist die Sache abgeholt, bevor ihr es vergesst. Drei Fotos, Standort, "Selbstabholung bei Klingel".

In Lots bündeln. Niemand will einzelne T-Shirts in 110er-Grösse holen. Aber "Bündel Sommerkleidung Mädchen Grösse 110, ca. 15 Teile" geht in ein paar Stunden weg. Ähnliches mit Spielzeug, Büchern, Schuhen.

Mehr Details dazu habe ich im ausführlicheren Eltern-Guide aufgeschrieben, falls euch das hier zu kurz ist.

Was bei uns konkret raus muss

Damit das nicht zu abstrakt wird, hier die Liste, die nächste Woche bei uns auf PIKITUP landet:

  • Sommerkleidung Grösse 110 (zwei Säcke, gut erhalten)
  • Magnet-Bausteine-Set (vollständig)
  • Bilderbücher, die wir auswendig können (ca. 20)
  • Ein Velohelm, Grösse S (zu klein geworden)
  • Ein paar Crocs, ein Paar Sandalen
  • Schwimmflügel und ein Schwimmring (zu klein)

Schätzwert beim Neukauf: vermutlich um die 400 Franken. Schätzwert beim Verkauf: ein Wochenende auf einem Flohmi und vielleicht 50 Franken, wenn alles gut läuft. Schätzwert beim Weitergeben über PIKITUP: zwei Abende rumgehen, fünf nette Begegnungen, alles weg.

Der ehrliche Teil

Es geht nicht ums Aufräumen. Es geht darum, dass eine Familie in der Nachbarschaft gerade auf einen Velohelm wartet, weil das Kind den alten verloren hat. Eine andere sucht Sommerkleidung Grösse 110, weil das Geld eng ist oder einfach weil ein zweites Kind reinwächst. Schwimmflügel sind in der ganzen Schweiz für ein paar Wochen pro Jahr nützlich – jedes Jahr werden tausende neu gekauft, und tausende landen im Keller.

Eine halbe Stunde am Abend. Eine Box weniger im Schrank. Ein Kind weniger, das ohne Velohelm fährt, weil die Eltern den Neukauf gerade nicht stemmen können.

Das ist alles. Aber wenn ihr es macht, macht es jetzt – nicht im Juli, wenn niemand mehr Energie für irgendwas hat.

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