Städte4 Min. Lesezeit

Winterthur: Die unterschätzte Stadt für Gratis-Funde

Winterthur ist günstiger als Zürich und hat eine lebendige Sharing-Kultur. Wo du hier kostenlose Möbel und mehr findest.

D

David Novotny

11. Januar 2025

Winterthur: Die unterschätzte Stadt für Gratis-Funde

Winterthur steht oft im Schatten von Zürich. Nur 20 Minuten mit dem Zug entfernt, aber eine eigene Stadt mit eigenem Charakter. Für Gratis-Sucher ist das ein Vorteil: Weniger Konkurrenz, aber eine aktive Community.

Warum Winterthur interessant ist

Die Stadt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Früher eine Industriestadt, heute eine Mischung aus Kultur, jungen Familien und Pendlern, die sich Zürich nicht leisten können oder wollen.

Diese Mischung ist perfekt für die Gratis-Kultur. Die Kreativen haben eine Sharing-Mentalität. Die Familien haben viel Zeug, das sie loswerden wollen. Und die Pendler ziehen oft um, wenn sich Job oder Lebenssituation ändert.

Was mich überrascht hat: Winterthur hat eine der aktivsten lokalen Facebook-Gruppen, die ich kenne. Über 15'000 Mitglieder in einer Stadt mit 110'000 Einwohnern – das ist eine gute Quote.

Winterthurer Altstadt
Winterthurer Altstadt

Die Altstadt ist schön, aber fürs Gratis-Suchen irrelevant. Hier sind Läden und Restaurants, keine Wohnungen. Die Action passiert in den Aussenquartieren.

Die Quartiere im Überblick

Töss ist das ehemalige Arbeiterquartier. Hier standen früher Fabriken, heute sind es Wohnungen. Die Mieten sind günstig, die Bewohner bunt gemischt. Ich höre immer wieder, dass in Töss regelmässig Sachen vor die Tür gestellt werden.

Veltheim und Wülflingen sind Familien-Quartiere. Einfamilienhäuser, Gärten, Kinder auf den Strassen. Hier findest du oft Kindersachen, Gartenmöbel, Haushaltskram. Die Qualität ist meistens gut, weil die Leute länger am gleichen Ort wohnen und entsprechend mehr ansammeln.

Die Innenstadt-Randquartiere wie Obertor oder Neuwiesen haben eine jüngere Bevölkerung. Studenten der ZHAW, junge Berufsleute, WGs. Hier rotieren Möbel schneller – IKEA-Regale, Schreibtische, das Übliche.

Die Winterthurer Besonderheit

Was Winterthur von anderen Städten unterscheidet: Die Stadt hat eine aktive Alternativ-Szene, aber sie ist bodenständiger als in Zürich. Weniger hip, mehr echt.

Das zeigt sich auch beim Verschenken. Die Leute hier sind unkompliziert. Kein langes Hin-und-Her, keine komplizierten Abholzeiten. Wenn etwas da ist, holst du es ab. Fertig.

Ich habe auch beobachtet, dass in Winterthur mehr ganze Haushalte aufgelöst werden. Vielleicht liegt es am Altersdurchschnitt, vielleicht an der Struktur der Stadt. Jedenfalls tauchen hier öfter Angebote auf wie "Wohnungsauflösung, alles muss raus" als in anderen Städten.

Wohnzimmer mit Bücherregal
Wohnzimmer mit Bücherregal

Das Zusammenspiel mit Zürich

Winterthur liegt nahe genug an Zürich, um interessant zu sein. Manchmal lohnt es sich, in beiden Städten zu schauen. Ein Sofa in Winterthur zu holen ist für einen Zürcher kein Problem – mit dem Auto ist man in einer halben Stunde dort.

Umgekehrt profitiert Winterthur von der Nähe zur Grossstadt. Leute, die aus Zürich hierher ziehen, bringen manchmal hochwertige Möbel mit – und geben sie wieder ab, wenn sie weiterziehen.

Timing ist wichtig

In Winterthur gelten die üblichen Muster: Monatsende für Umzüge, Semesterwechsel für Studentensachen. Aber es gibt eine lokale Besonderheit.

Die Winterthurer Museen haben regelmässig Grossveranstaltungen, und die ziehen Leute von ausserhalb an. Manchmal räumen Einheimische vorher auf, um Platz für Gäste zu schaffen. Das Gewerbemuseum, die Kunsthalle, die Fotostiftung – wenn dort grosse Ausstellungen sind, kann das ein guter Zeitpunkt sein.

Transport

Winterthur ist flach und übersichtlich. Mit dem Velo erreichst du jeden Stadtteil in maximal 15 Minuten. Das macht das Gratis-Suchen effizient – du kannst an einem Nachmittag mehrere Sachen abholen, wenn sie geografisch passen.

Für grössere Möbel gibt es Mobility, aber auch lokale Optionen. Manchmal bieten Leute in den Facebook-Gruppen Transportdienste an – gegen ein kleines Entgelt oder gegenseitige Hilfe.

Mein Eindruck

Winterthur ist eine dieser Städte, die man unterschätzt, bis man dort war. Nicht glamourös, aber ehrlich. Die Gratis-Szene funktioniert, weil die Leute unkompliziert sind und die Distanzen kurz.

Wenn du in der Region wohnst, ignoriere Winterthur nicht. Und wenn du in Zürich wohnst und flexibel bist – schau auch mal hier. Die Konkurrenz ist geringer, die Angebote oft gleichwertig.

PIKITUP wächst gerade in der Region. Je mehr Leute mitmachen, desto besser wird es. Schau vorbei und sieh, was gerade verfügbar ist.


Kennst du Winterthur besser als ich? Tipps sind willkommen – hello@pikitup.com

Artikel teilen

Alle Artikel

Weitere Artikel