Ein Umzug ist eigentlich ganz simpel: Du packst alles ein, fährst es in die neue Wohnung, packst aus. Fertig. In der Theorie.
In der Praxis stehst du zwei Tage vor dem Umzug in deiner alten Wohnung, umgeben von Möbeln, die nicht mitkommen sollen, und fragst dich, wohin damit. Ich war da, mehrmals. Es ist nicht schön.
Aber es gibt einen besseren Weg.
Das Problem mit Last-Minute-Entrümpelung
Der klassische Fehler – und ich habe ihn selbst gemacht – ist zu spät anzufangen. Du denkst, du hast noch Zeit. Dann kommen die Kartons, der Stress, und plötzlich ist Umzugstag, und das alte Sofa steht immer noch da.
Was dann passiert: Entweder du zahlst jemanden, der es abholt. Oder du schleifst es auf die Strasse und hoffst, dass niemand meckert. Oder – der schlimmste Fall – du nimmst es mit in die neue Wohnung, obwohl du es gar nicht willst.
Alles davon ist vermeidbar, wenn du früh genug anfängst.
Vier Wochen vorher: Die Inventur
Sobald du weisst, dass du umziehst, mach eine Liste. Geh durch die Wohnung und markiere alles, was nicht mitkommen soll. Sei ehrlich mit dir selbst.
Dieses Sofa, bei dem du dachtest, du lässt es neu beziehen? In drei Jahren hast du es nicht gemacht. Es kommt nicht mit.
Der Schrank, der nie richtig in die Ecke gepasst hat? Kommt nicht mit.
Die Lampe, die du nur gekauft hast, weil sie im Sale war? Du weisst, was ich sagen will.
Mach Fotos von allem, was weg soll. Die brauchst du später.
Drei Wochen vorher: Online stellen
Jetzt wird's konkret. Nimm deine Fotos und stelle die Sachen online. Auf PIKITUP, auf Facebook-Gruppen, wo auch immer du willst.
Der Trick ist: Nicht alles auf einmal. Fang mit den grossen Sachen an – Möbel, die Platz brauchen und Zeit zum Organisieren. Ein Sofa verschenkt sich nicht über Nacht. Jemand muss es sehen, Zeit finden, Transport organisieren.
Wenn du drei Wochen Vorlauf hast, können die Leute planen. Das erhöht die Chancen massiv, dass wirklich jemand abholt.
Was ich gemacht habe: Ich habe den Umzugstag in die Beschreibung geschrieben. "Abholung bis 28. Februar möglich." Das schafft Klarheit und zeigt, dass es eilt – aber nicht verzweifelt.
Zwei Wochen vorher: Kleinere Sachen
Jetzt kommen die Dinge dran, die schneller weggehen: Bücher, Kleidung, Küchengeräte, Elektronik. Die kannst du zu Kisten zusammenfassen.
"Kiste Romane, ca. 30 Bücher" geht oft schneller weg als dreissig einzelne Postings. Die Leute wissen, dass sie ein Paket bekommen, und für dich ist es weniger Aufwand.
Bei Klamotten gilt das gleiche. "Herrenhemden Grösse M, 10 Stück" ist effizienter als jedes Hemd einzeln zu fotografieren.
Eine Woche vorher: Was übrig ist
Bis hierhin sollte das meiste weg sein. Was übrig bleibt, braucht kreativere Lösungen.
Eine Option: Alles zusammenpacken und als "Restposten" anbieten. "Diverse Haushaltssachen, muss vor Samstag weg." Manchmal nimmt jemand das Ganze, weil einzelne Sachen interessant sind.
Alternativ: Brockenhäuser anrufen. Die meisten holen grössere Spenden kostenlos ab, wenn du dich früh genug meldest. Die Caritas zum Beispiel hat in vielen Städten einen Abholservice.
Falls wirklich gar nichts geht: Mulde bestellen. Klingt drastisch, aber manchmal ist es die einzige Lösung. Kostet etwa 300-500 Franken, aber du hast das Problem vom Hals.
Der Umzugstag selbst
Im Idealfall ist jetzt alles weg, was weg sollte. Du packst nur noch, was du wirklich willst.
Falls doch was übrig ist: Stell es vor die Tür mit einem "Gratis"-Schild. In den meisten Städten ist das toleriert, solange es nicht auf dem Gehweg steht und nicht regnet. Oft ist es innerhalb von Stunden weg.
Aber Achtung: Nicht einfach Müll rausstellen und hoffen. Das ist illegal und asozial. Nur saubere, brauchbare Sachen gehören vor die Tür.
Die emotionale Seite
Ich will nicht so tun, als wäre das alles rein logistisch. Sich von Dingen zu trennen ist manchmal schwer. Dieses Regal hat mich durch drei Wohnungen begleitet. Das Sofa habe ich mit meiner Ex gekauft.
Aber hier ein Gedanke, der mir geholfen hat: Die Erinnerung ist nicht im Gegenstand. Die ist in dir. Das Regal kann gehen, die Erinnerung bleibt.
Und wenn jemand anderes jetzt darauf sitzt, Bücher reinstellt, glücklich damit ist – dann hat das Ding einen Sinn. Mehr Sinn, als verstaubt in deinem Keller zu stehen.
Was ich beim letzten Umzug gelernt habe
Mein letzter Umzug war der entspannteste, den ich je hatte. Nicht weil weniger zu tun war, sondern weil ich vorbereitet war.
Ich hatte sechs Wochen Vorlauf und habe früh angefangen auszusortieren. Am Ende waren drei grosse Möbelstücke und etwa zehn Kisten Kleinkram weg – alles verschenkt, alles von anderen Leuten abgeholt.
Der Umzugstag selbst war fast anticlimaktisch. Kein Stress, keine Überraschungen, kein "wohin damit?". Nur Kartons in den Transporter laden und los.
Das wünsche ich dir auch.
Kurz zusammengefasst
Früh anfangen ist alles. Vier Wochen Vorlauf für grosse Möbel, zwei Wochen für Kleinkram. Online stellen mit klarem Abholdatum. Was übrig bleibt, zum Brockenhaus oder – im Notfall – Mulde.
Ein Umzug muss kein Chaos sein. Mit etwas Planung wirst du deine alten Sachen los, machst andere Leute glücklich und tust was für die Umwelt.
Und deine neue Wohnung wartet schon.
Hast du Tipps für stressfreies Ausmisten vor dem Umzug? Schreib mir an hello@pikitup.com