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Erste Wohnung einrichten: Ein realistischer Guide

Deine erste eigene Wohnung wartet – aber das Budget ist knapp. Wie du dir trotzdem ein Zuhause schaffst, ohne pleite zu gehen.

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David Novotny

1. Februar 2025

Erste Wohnung einrichten: Ein realistischer Guide

Die erste eigene Wohnung. Endlich unabhängig, endlich selbst bestimmen, wo das Sofa steht. Aber dann kommst du in die leeren vier Wände, und dir wird klar: Irgendwie muss hier noch Zeug rein.

Wenn du wie ich warst, ist dein Budget nach Kaution und erster Miete ziemlich dünn. Hier ist, wie du trotzdem ein Zuhause einrichtest.

Prioritäten setzen

Nicht alles musst du sofort haben. Es gibt Dinge, ohne die es wirklich nicht geht, und Dinge, die warten können.

Was du am ersten Tag brauchst: Ein Bett oder zumindest eine Matratze. Eine Möglichkeit zu sitzen. Grundlegende Küchenausstattung – ein Topf, eine Pfanne, ein paar Teller und Besteck. Handtücher. Toilettenpapier.

Was in der ersten Woche dazukommen sollte: Ein Tisch, an dem du essen und arbeiten kannst. Ordentliche Beleuchtung. Ein paar Kleiderbügel oder ein Regal für Klamotten.

Leere Wohnung mit Kartons
Leere Wohnung mit Kartons

Was warten kann: Dekoration. Teppiche. Zusätzliche Stühle. Alles, was "schön zu haben" ist, aber nicht essentiell.

Diese Priorisierung hilft, das Budget zu strecken. Und sie gibt dir Zeit, nach guten Gratis-Angeboten Ausschau zu halten.

Wo du anfangen solltest zu suchen

Bevor du in den nächsten IKEA rennst, schau dich um.

Familie und Freunde sind die naheliegendste Quelle. Frag rum – oft haben Eltern oder Grosseltern Sachen im Keller, die sie nicht mehr brauchen. Ein altes Sofa hier, ein Regal dort.

Online-Plattformen wie PIKITUP zeigen dir, was gerade in deiner Nähe verschenkt wird. Der Vorteil: Du siehst sofort auf der Karte, wie weit du fahren müsstest.

Facebook-Gruppen sind gut für gezielte Suche. Wenn du einen Schreibtisch brauchst, such nach "Gratis Schreibtisch" in deiner Stadt-Gruppe.

Was sich gratis lohnt, was nicht

Manche Dinge solltest du gratis suchen, andere lieber neu kaufen.

Gratis funktioniert gut bei: Regalen, Tischen, Stühlen, Kommoden, Geschirr, Töpfen, Büchern, Dekoration. Diese Dinge verschleissen langsam und sind oft noch einwandfrei.

Vorsicht bei: Matratzen (Hygiene), Polstermöbeln (können Schädlinge haben), Elektrogeräten (könnten defekt sein).

Gemütlich eingerichtetes WG-Zimmer
Gemütlich eingerichtetes WG-Zimmer

Bei Betten und Matratzen würde ich nicht sparen. Du verbringst ein Drittel deines Lebens darin. Das muss nicht teuer sein – IKEA hat gute Matratzen für 100-200 Franken – aber es sollte neu sein.

Der Transport-Challenge

Du hast kein Auto. Wie bekommst du die Sachen in deine Wohnung?

Kleinere Dinge lassen sich mit dem ÖV oder Velo transportieren. Ein Stuhl passt in den Zug, ein Karton Bücher aufs Velo.

Für grössere Sachen: Frag, ob jemand helfen kann. Eltern, Freunde, WG-Kollegen – irgendjemand hat meistens Zugang zu einem Auto.

Mobility-Transporter sind eine Option. Kostet etwa 40-50 Franken für ein paar Stunden, aber wenn du mehrere Sachen auf einmal holst, lohnt es sich.

Manche Leute bieten in den Gruppen auch Transportdienste an. "Fahre gegen Benzingeld" oder ähnlich. Das kann sich lohnen.

Der DIY-Ansatz

Manchmal sind Gratis-Sachen nicht perfekt. Ein Regal ist okay, aber die Farbe passt nicht. Ein Stuhl ist stabil, aber das Polster ist durch.

Mit etwas Handwerk kannst du vieles aufwerten. Ein Regal neu streichen ist nicht schwer. Einen Stuhl mit neuem Stoff beziehen ist machbar, wenn du nähst.

YouTube hat Tutorials für fast alles. "Billy Regal streichen", "Stuhl polstern DIY" – probier es aus.

Das kostet Zeit, aber wenig Geld. Und du bekommst am Ende ein Unikat.

Die psychologische Seite

Deine erste Wohnung muss nicht von Anfang an perfekt sein.

Es ist okay, erstmal auf dem Boden zu sitzen, weil das Sofa noch nicht da ist. Es ist okay, aus Umzugskartons zu leben, während du nach Regalen suchst. Es ist okay, Wände leer zu lassen, bis du weisst, was dran soll.

Die Wohnung wächst mit dir. In sechs Monaten wirst du Dinge haben, von denen du jetzt noch nicht weisst, dass du sie brauchst. Und Dinge loswerden, von denen du jetzt denkst, du brauchst sie.

Gib dir Zeit.

Was ich rückblickend anders machen würde

Ich hätte weniger gekauft und mehr gesucht. Aus Ungeduld habe ich manchmal Sachen bei IKEA geholt, die ich eine Woche später gratis gesehen hätte.

Ich hätte früher angefangen zu suchen. Schon vor dem Einzug die Gruppen checken, ein Gefühl für den Markt bekommen.

Ich hätte mehr Leute gefragt. Manche haben Sachen im Keller, auf die sie selbst nicht kommen. Aber wenn man fragt, sind sie froh, es loszuwerden.

Fazit

Die erste Wohnung einzurichten ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Du kannst lernen, mit wenig auszukommen. Du kannst nachhaltig konsumieren, bevor Nachhaltigkeit zum Lifestyle wird.

Nimm dir Zeit, schau dich um, sei kreativ. In ein paar Monaten wirst du in einer Wohnung sitzen, die sich nach Zuhause anfühlt – und die dich nicht in den Ruin getrieben hat.

Auf PIKITUP findest du vielleicht schon dein erstes Möbelstück. Schau vorbei.


Wie hast du deine erste Wohnung eingerichtet? Erzähl mir davon – hello@pikitup.com

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