Manchmal muss ein ganzer Haushalt aufgelöst werden. Die Grosseltern ziehen ins Heim. Jemand stirbt. Eine Ehe geht auseinander. Die Gründe sind unterschiedlich, aber die Aufgabe ist die gleiche: Ein Leben voller Dinge muss sortiert werden.
Ich habe das einmal mitgemacht, als meine Grossmutter ins Pflegeheim zog. Es war eine der emotional schwierigsten Aufgaben, die ich je hatte. Aber auch eine der lehrreichsten.
Die emotionale Dimension
Bevor wir über Logistik reden, muss das gesagt werden: Haushaltsauflösungen sind emotional. Jedes Ding hat eine Geschichte. Der Sessel, in dem Opa immer sass. Die Tassen, aus denen ihr immer Kaffee getrunken habt. Die Fotos an der Wand.
Es ist okay, das zu fühlen. Es ist sogar wichtig, das zu fühlen. Nimm dir Zeit, bevor du anfängst alles in Kartons zu packen.
Was mir geholfen hat: Ich habe zuerst die Sachen aussortiert, die mir wichtig waren. Ein paar Fotos, ein Erbstück, etwas zum Erinnern. Erst danach bin ich an den Rest gegangen.
Manche Leute machen das als Familie zusammen. Das kann gut sein – geteilte Last, geteilte Erinnerungen. Es kann aber auch kompliziert werden, wenn alle verschiedene Vorstellungen haben. Sprecht vorher darüber, wie ihr es angehen wollt.
Die praktische Seite
Wenn die emotionale Arbeit getan ist – oder parallel dazu – kommt die Logistik.
Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme. Geh durch alle Räume und mach dir ein Bild. Was ist da? Was ist noch brauchbar? Was ist wertvoll, was ist sentimentaler Wert, was ist objektiv betrachtet Müll?
Diese Kategorisierung hilft enorm. Nicht alles muss gleich behandelt werden.
Was behält, was geht
In einer Haushaltsauflösung gibt es typischerweise vier Kategorien:
Dinge, die jemand in der Familie behalten will. Das ist die einfachste Kategorie. Wer etwas will, bekommt es. Bei Streit um einzelne Stücke: sprecht miteinander, bevor es eskaliert.
Dinge, die noch brauchbar sind und verschenkt werden können. Das ist die grösste Kategorie. Möbel, Haushaltsgegenstände, Bücher, Kleidung – alles, was noch funktioniert.
Dinge, die verkauft werden könnten. Antiquitäten, Sammlerstücke, hochwertige Möbel. Lass das von jemandem einschätzen, der sich auskennt, bevor du es verschenkst oder wegwirfst.
Dinge, die entsorgt werden müssen. Kaputtes, Verschlissenes, Veraltetes. Das ist normalerweise weniger als man denkt.
Das Verschenken organisieren
Für die zweite Kategorie – die brauchbaren Sachen – gibt es verschiedene Wege.
Der schnellste: Alles auf einmal anbieten. "Haushaltsauflösung, alles muss raus" in Facebook-Gruppen oder auf PIKITUP. Leute kommen dann vorbei und nehmen mit, was sie brauchen. Du sparst dir die Einzelkoordination.
Der gründlichere: Sachen einzeln oder in Kategorien anbieten. "Küchengeräte", "Wohnzimmermöbel", "Bücher". Das dauert länger, aber du erreichst mehr Menschen.
Was ich bei der Auflösung meiner Grossmutter gemacht habe: Zuerst die wertvollen Sachen einzeln angeboten, dann die Reste als Gesamtpaket. So haben wir das Maximum rausgeholt und am Ende war alles weg.
Professionelle Hilfe
Manchmal ist es zu viel. Zeitlich, emotional, praktisch. Dann gibt es professionelle Entrümpler.
Seriöse Firmen kommen vorbei, schauen sich alles an, und machen ein Angebot. Manchmal kostet es dich etwas, manchmal zahlen sie dir etwas – je nachdem, was da ist.
Vorsicht bei Angeboten, die zu gut klingen. Manche "Entrümpler" nehmen nur das Wertvolle mit und lassen den Rest stehen. Oder sie verlangen am Ende mehr als vereinbart. Frag nach Referenzen, lies Bewertungen.
Eine Alternative: Die Brockenhäuser. Caritas, Heilsarmee und lokale Brockis haben oft Abholservices für grössere Spenden. Das ist kostenlos, aber sie nehmen nur, was sie auch verkaufen können.
Der Zeitfaktor
Haushaltsauflösungen haben oft eine Deadline. Die Wohnung muss übergeben werden, der Vertrag endet. Das erzeugt Druck.
Mein Rat: Fang so früh wie möglich an. Sobald klar ist, dass aufgelöst werden muss, beginne mit der Sortierung. Jede Woche Vorlauf macht die Sache entspannter.
Wenn die Zeit knapp wird: Priorisiere. Zuerst das Wertvolle sichern. Dann das Emotionale. Dann verschenken was geht. Was am Ende übrig bleibt, geht zur Mulde.
Eine Mulde bestellen ist nicht schlimm. Es ist der letzte Ausweg, aber manchmal nötig. Kostet zwischen 300 und 800 Franken, je nach Grösse und Region.
Nach der Auflösung
Wenn alles weg ist und die Wohnung leer steht, ist das seltsam. Da war ein Leben, und jetzt ist es ein leerer Raum.
Nimm dir einen Moment. Nicht lange, aber einen Moment. Dann schliess die Tür und geh.
Die Erinnerungen sind nicht in den Dingen. Die sind in dir. Die Wohnung kann jetzt jemand anderem ein Zuhause sein. Der Sessel, den jemand mitgenommen hat, wird vielleicht der Lieblingssessel einer anderen Familie.
Das ist kein Ende. Das ist ein Übergang.
Für die Zukunft
Seit der Erfahrung mit meiner Grossmutter denke ich anders über Besitz nach. Nicht pessimistisch, aber bewusster.
Ich frage mich manchmal: Wer wird das hier alles sortieren, wenn ich nicht mehr bin? Macht das jemandem Arbeit? Und ich versuche, weniger anzusammeln. Nicht aus Angst, sondern aus Rücksicht.
Wenn du selbst gerade eine Haushaltsauflösung durchmachst: Du schaffst das. Es ist viel, aber es ist machbar. Und jede Sache, die du weitergibst statt wegzuwerfen, ist ein kleiner Sieg.
Hast du selbst Erfahrungen mit Haushaltsauflösungen? Ich würde gerne davon hören – hello@pikitup.com