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Kindersachen weitergeben: Warum junge Eltern die beste Community sind

Kinder wachsen schnell, Sachen sammeln sich an. Warum das Weitergeben von Kindersachen so gut funktioniert – und wie du mitmachst.

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David Novotny

17. Januar 2025

Kindersachen weitergeben: Warum junge Eltern die beste Community sind

Kinder wachsen. Das ist ihre Hauptbeschäftigung. Und während sie wachsen, hinterlassen sie eine Spur aus Kleidern, Schuhen und Spielzeug, die nicht mehr passt. Für Eltern ist das ein logistisches Problem. Für die Sharing-Community ist es ein Geschenk.

Die Mathematik des Kinderwachstums

Ein Kind braucht in seinen ersten drei Lebensjahren etwa 20 verschiedene Kleidergrössen. Zwanzig. Jede Grösse wird vielleicht zwei, drei Monate getragen, dann ist sie zu klein.

Wenn du für jede Grösse neue Sachen kaufst, gehst du pleite. Das weiss jeder Elternteil nach dem ersten Kind. Deshalb gibt es eine ungeschriebene Regel: Kindersachen werden weitergegeben.

Kinderzimmer mit Spielzeug
Kinderzimmer mit Spielzeug

Das funktioniert so gut, weil alle gleichzeitig abgeben und suchen. Dein Dreijähriger wächst aus Grösse 98 raus? Irgendwo wächst gerade ein Zweijähriger in Grösse 98 rein. Der Kreislauf ist perfekt.

Warum Kindersachen die beste Kategorie sind

Von allen Sachen, die verschenkt werden, gehen Kindersachen am schnellsten weg. Das hat mehrere Gründe.

Erstens: Die Nachfrage ist konstant. Jeden Tag werden Kinder geboren, jeden Tag wachsen Kinder. Die Nachfrage hört nie auf.

Zweitens: Die Sachen sind oft in gutem Zustand. Ein Body, der drei Monate getragen wurde, ist praktisch neu. Spielzeug, das ein Jahr benutzt wurde, hat noch viel Leben vor sich.

Drittens: Eltern verstehen einander. Wer selbst Kinder hat, weiss wie es ist. Die Community ist solidarisch.

Was besonders gefragt ist

Kleidung in allen Grössen geht immer. Aber bestimmte Sachen sind besonders beliebt.

Winterjacken und Schneeanzüge. Die sind teuer neu, werden aber nur eine Saison getragen. Wenn du einen gut erhaltenen Schneeanzug verschenkst, macht jemand einen Luftsprung.

Schuhe in gutem Zustand. Kinderschuhe sollten nicht zu abgenutzt sein, weil Kinder sie noch zum Laufen lernen brauchen. Aber solange die Sohle okay ist, sind gebrauchte Schuhe völlig in Ordnung.

Kinderkleidung auf Bügeln
Kinderkleidung auf Bügeln

Spielzeug ist komplizierter. Holzspielzeug geht gut, Plastik weniger. Marken wie BRIO oder Duplo sind beliebt, weil sie ewig halten. Plüschtiere sind heikel – viele Eltern nehmen keine gebrauchten aus Hygienegründen.

Kindermöbel – Hochstühle, Gitterbettchen, Wickeltische – werden oft verschenkt, weil sie viel Platz brauchen und nur kurz genutzt werden. Das sind Sachen, für die du neu hunderte Franken zahlst.

Die Eltern-Netzwerke

In jeder Stadt gibt es informelle Netzwerke von Eltern, die Sachen tauschen. Manchmal organisiert über Facebook-Gruppen, manchmal über Spielgruppen oder Kitas.

Der beste Einstieg: Frag andere Eltern. Auf dem Spielplatz, in der Krabbelgruppe, bei Geburtstagsfeiern. Fast jeder kennt jemanden, der gerade ausmistet oder sucht.

Manche Städte haben auch organisierte Tauschbörsen. Die Kirchen machen das oft, oder Quartiervereine. Zweimal im Jahr wird eine Halle gemietet, und Eltern bringen mit, was sie loswerden wollen.

Wenn du abgeben willst

Ein paar praktische Tipps, wenn du selbst Kindersachen verschenken willst.

Wasch die Sachen vorher. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Saubere, frisch gewaschene Kleidung wird viel lieber genommen.

Sortier nach Grösse. Wenn du eine Kiste anbietest, pack alles von einer Grösse zusammen. "Jungs-Kleidung 86-92" ist hilfreicher als "diverse Kindersachen".

Sei ehrlich über den Zustand. Wenn etwas Flecken hat oder die Knie durchgescheuert sind, sag es. Die meisten nehmen es trotzdem, aber niemand will Überraschungen.

Fotos helfen enorm. Bei Kleidung müssen es keine Einzelfotos sein – ein Foto der ausgebreiteten Sachen reicht. Bei Spielzeug und Möbeln schon eher.

Wenn du suchst

Als suchender Elternteil kannst du viel Geld sparen, wenn du weisst wo.

Fang früh an. Wenn du weisst, dass dein Kind bald in die nächste Grösse wächst, schau schon mal um. Die besten Sachen gehen schnell weg.

Sei flexibel bei Farben und Mustern. Dein Sohn trägt kein Pink? Vielleicht doch, wenn das der einzige warme Pulli ist, der gerade verfügbar ist. Kinder ist es egal.

Nimm nicht mehr als du brauchst. Gratis ist verlockend, aber ein Kinderzimmer voller Sachen, die nie benutzt werden, hilft niemandem.

Ein Gedanke zur Nachhaltigkeit

Ein Kinderbody wird im Durchschnitt 50-mal getragen, bevor er entsorgt wird. Bei Erwachsenenkleidung sind es über 200 Mal. Der Unterschied: Kinder wachsen raus.

Aber das bedeutet auch: Kindersachen sind oft noch gut, wenn sie weitergegeben werden. Die Umweltbilanz von Secondhand-Kinderkleidung ist hervorragend. Du sparst nicht nur Geld, du sparst auch Ressourcen.

Jedes Stück, das weiterverwendet wird, ist eines weniger, das produziert werden muss. Bei der Menge an Sachen, die Kinder durchgehen, macht das einen echten Unterschied.

Fazit

Kindersachen weiterzugeben ist ein no-brainer. Gut für den Geldbeutel, gut für die Umwelt, gut für die Community. Und es funktioniert, weil alle gleichzeitig abgeben und nehmen.

Auf PIKITUP findest du regelmässig Kindersachen in deiner Nähe. Schau vorbei – und wenn deine eigenen Kinder rausgewachsen sind, denk daran, selbst etwas zu posten.


Habt ihr Tipps für den Kindersachen-Tausch? Ich höre gerne – hello@pikitup.com

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