Ich erinnere mich noch an meinen ersten Tag in der WG. Das Zimmer war leer bis auf eine Matratze auf dem Boden. Mein Bankkonto war nach der Kaution praktisch bei null. Und ich dachte: Wie soll ich das hier jemals einrichten?
Heute weiss ich: Es geht. Und es muss fast nichts kosten.
Die Realität des Studenten-Budgets
Lass uns ehrlich sein: Als Student hat man kein Geld. Okay, manche haben wohlhabende Eltern, aber die meisten von uns jonglieren mit BAföG, Nebenjobs und der ewigen Frage, ob man sich diesen Monat noch eine Pizza leisten kann.
Möbel zu kaufen steht da ganz unten auf der Liste. Und das ist okay. Denn die meisten Möbel, die du brauchst, gibt jemand anders gerade weg.
Der September ist die magische Zeit. Studenten, die fertig sind, ziehen aus. Studenten, die anfangen, ziehen ein. Dazwischen liegt ein Fenster, in dem Möbel die Besitzer wechseln – oft gratis.
Was du wirklich brauchst
Bevor du anfängst zu suchen, mach eine Liste. Nicht was du gerne hättest, sondern was du wirklich brauchst. Das unterscheidet sich.
Brauchst du: Einen Schreibtisch. Einen Stuhl. Eine Möglichkeit, Kleider zu verstauen. Ein Regal für Bücher. Vielleicht eine kleine Lampe.
Brauchst du nicht unbedingt: Ein Sofa (du hast wahrscheinlich ein Bett). Einen zweiten Stuhl (du wohnst allein im Zimmer). Einen grossen Fernseher (du hast einen Laptop).
Ich kenne Leute, die ihr WG-Zimmer vollgestellt haben mit Gratis-Sachen, die sie nie benutzt haben. Das ist genauso sinnlos wie Sachen zu kaufen, die man nicht braucht. Gratis ist kein Grund, sich den Platz vollzumüllen.
Timing ist alles
Der Semesterwechsel im September ist die beste Zeit. Aber es gibt eine Reihenfolge.
Ende August und Anfang September: Die alten Studenten ziehen aus und verschenken. Jetzt suchen, nicht später.
Mitte September: Die neuen Studenten sind da und suchen auch. Konkurrenz wird grösser.
Oktober und später: Die Welle ist vorbei. Es gibt immer noch Angebote, aber weniger.
Wenn du kannst, fang vor dem Semesterstart an. Zwei Wochen vorher die lokalen Gruppen checken, ein Gefühl dafür bekommen was verfügbar ist.
Wo Studenten suchen sollten
Die Facebook-Gruppen deiner Uni sind Gold wert. Fast jede Uni hat eine "Marktplatz"-Gruppe oder eine Gratis-Gruppe. "ETH Börse", "UZH Free Stuff", sowas in der Art. Dort posten Leute, die selbst studiert haben und wissen, wie knapp das Budget ist.
Die allgemeinen Stadt-Gruppen funktionieren auch, aber dort konkurrierst du mit allen, nicht nur mit Studenten.
PIKITUP ist praktisch, weil du sofort siehst, was in deiner Nähe ist. Kein endloses Scrollen, keine Nachrichten hin und her. Wenn etwas in der Nähe ist, gehst du hin und holst es.
Die schwarzen Bretter in Uni-Gebäuden werden oft vergessen. Old-school, aber manchmal hängen dort Zettel mit Möbelangeboten. Besonders in Wohnheimen.
Transport ohne Auto
Das ist das Hauptproblem für Studenten: Du hast kein Auto. Wie transportierst du einen Schreibtisch?
Option eins: Frag den Anbieter. Manchmal helfen Leute beim Transport, besonders wenn sie sehen, dass du Student bist. Sei höflich, erkläre die Situation.
Option zwei: Frag in der WG. Irgendjemand hat meistens Zugang zu einem Auto – sei es durch Eltern, Freunde oder Mobility.
Option drei: Miete einen Mobility-Transporter. Kostet etwa 30-40 Franken für ein paar Stunden, aber wenn du mehrere grosse Sachen auf einmal holst, lohnt es sich.
Option vier: Lastenvelos. In vielen Städten kannst du die gratis oder sehr günstig ausleihen. Damit schaffst du kleinere Möbel locker.
Was du vermeiden solltest
Ein paar Lektionen, die ich auf die harte Tour gelernt habe.
Nimm keine Matratzen vom Strassenrand. Ich weiss, das klingt verlockend, aber du weisst nicht, was darin lebt. Polstermöbel allgemein sind heikel. Im Zweifel lieber nicht.
Sei realistisch bei den Massen. Miss dein Zimmer vorher aus, und miss die Möbel, bevor du sie holst. Ich habe einmal einen Schreibtisch abgeholt, der nicht durch die Tür passte. Peinlich.
Hol nicht alles auf einmal. Du hast ein Semester Zeit, dein Zimmer einzurichten. Nimm erstmal das Nötigste, und füge nach und nach hinzu.
Ein Gedanke zum Schluss
Das erste WG-Zimmer muss nicht perfekt sein. Es muss funktionieren. Ein Schreibtisch, ein Stuhl, etwas Licht – damit kannst du studieren. Alles andere kommt mit der Zeit.
Und wenn du dein Studium beendest – oder die Stadt wechselst – denk daran, selbst zu verschenken. Der Kreislauf funktioniert nur, wenn alle mitmachen.
Viel Erfolg beim Semesterstart. Und wenn du auf der Suche bist, schau auf PIKITUP vorbei.
Tipps für Studenten, die ich vergessen habe? Schreib mir – hello@pikitup.com