Als ich angefangen habe, nach Gratis-Sachen zu suchen, war ich erstmal überfordert. Es gibt so viele Plattformen, Gruppen, Apps. Alle versprechen dasselbe, aber funktionieren unterschiedlich. Nach ein paar Jahren Erfahrung weiss ich mittlerweile, was wofür taugt.
Hier ist, was ich gelernt habe.
nimms.ch – Der Schweizer Klassiker
Die Plattform gibt es schon seit Jahren, und viele kennen sie. Das Prinzip ist einfach: Leute stellen Sachen ein, andere können sie anfragen.
Was gut funktioniert: nimms.ch hat eine grosse Community. Besonders in den Deutschschweizer Städten findest du viele Angebote. Die Kategorien sind sinnvoll sortiert, die Suche funktioniert.
Was weniger gut ist: Du musst für jeden Artikel eine Anfrage schreiben und hoffen, dass der Anbieter antwortet. Das kann dauern. Manchmal antwortet niemand, manchmal antwortet jemand nach einer Woche, wenn du das Ding längst woanders gefunden hast.
Ich nutze nimms.ch vor allem, wenn ich etwas Spezifisches suche. Eine bestimmte IKEA-Kommode zum Beispiel. Dann kann ich warten.
Facebook-Gruppen – Die wilde Variante
Fast jede Stadt hat mindestens eine Gratis-Gruppe auf Facebook. "Verschenken Zürich", "Gratis in Bern", so in der Art.
Der Vorteil: Riesige Reichweite. In grossen Städten haben diese Gruppen zehntausende Mitglieder. Wenn du etwas postest, sehen es viele Leute.
Der Nachteil: Chaos. Du scrollst durch einen Feed aus Angeboten, Anfragen, manchmal Spam. Es gibt keine Karte, also keine Übersicht, was in deiner Nähe ist. Und weil alles auf "wer zuerst kommentiert" basiert, geht es oft hektisch zu.
Ich nutze Facebook-Gruppen hauptsächlich zum Verschenken, weniger zum Suchen. Wenn ich etwas schnell loswerden will, poste ich es dort und bekomme innert Minuten Anfragen.
tutti.ch – Der Marktplatz-Riese
tutti.ch ist eigentlich eine Verkaufsplattform, aber es gibt eine Gratiskategorie. Das Problem: Sie ist versteckt zwischen all den Verkaufsangeboten.
Was manchmal funktioniert: Für Nischen-Sachen wie Musikinstrumente oder Sammlerstücke taugt tutti, weil dort eine andere Zielgruppe ist als in reinen Verschenk-Gruppen.
Was nervt: Viel Spam, viele Anfragen von Leuten, die nicht ernsthaft interessiert sind. Und als Suchender siehst du ständig Sachen, die doch Geld kosten – das Filter ist nicht zuverlässig.
PIKITUP – Die Karten-Idee
Okay, ich bin befangen, weil ich an PIKITUP mitarbeite. Aber lass mich erklären, warum wir es gebaut haben.
Das Problem bei den anderen Plattformen: Du weisst nie, was gerade in deiner direkten Nähe verfügbar ist. Bei nimms.ch musst du die PLZ eingeben, bei Facebook scrollst du durch alles durch.
Bei PIKITUP siehst du eine Karte. Du öffnest sie, und sofort ist klar: Da steht ein Sofa, 500 Meter von mir. Dort gibt es Bücher, gleich um die Ecke. Das macht einen Unterschied, wenn du keine Lust hast, quer durch die Stadt zu fahren.
Was noch anders ist: Keine Nachrichten. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das klingt vielleicht unhöflich, aber es spart unglaublich viel Zeit. Kein "Ist das noch verfügbar?", kein Warten auf Antworten.
Natürlich ist PIKITUP noch jung, also gibt es weniger Angebote als auf etablierten Plattformen. Das wächst aber mit der Community.
Brockenhäuser und Umsonstläden
Oft vergessen, aber wichtig: Die analoge Welt.
In vielen Städten gibt es Umsonstläden oder Giveboxen. Das sind physische Orte, wo du Sachen abgeben oder mitnehmen kannst. Anonym, ohne Online-Accounts, ohne Koordination.
Brockenhäuser verkaufen zwar, aber manchmal geben sie auch Sachen gratis ab. Besonders bei Haushaltsauflösungen, wenn mehr reinkommt als sie verkaufen können. Es lohnt sich zu fragen.
Was ich nutze und wofür
Nach all den Erfahrungen hat sich für mich ein System eingependelt.
Wenn ich etwas Bestimmtes suche, gehe ich zu nimms.ch oder schaue auf PIKITUP, ob es gerade in der Nähe ist.
Wenn ich spontan schauen will, was verfügbar ist, öffne ich PIKITUP und scroll durch die Karte. Das mache ich manchmal auch aus Neugier – es ist interessant zu sehen, was die Nachbarn so loswerden wollen.
Wenn ich etwas schnell verschenken will, poste ich in Facebook-Gruppen UND auf PIKITUP gleichzeitig. Doppelte Reichweite, schnelleres Loswerden.
Wenn ich grössere Mengen habe – nach dem Frühjahrsputz oder so – rufe ich beim Brockenhaus an. Die holen ab, und ich spare mir die Einzelkoordination.
Ein ehrlicher Gedanke zum Schluss
Keine Plattform ist perfekt. Alle haben ihre Macken. Was zählt, ist dass du die findest, die zu deinem Stil passt.
Manche Leute mögen das Hin-und-Her-Schreiben, weil sie wissen wollen, an wen ihre Sachen gehen. Für die ist nimms.ch ideal.
Andere wollen einfach schnell und effizient – die fühlen sich auf PIKITUP wohler.
Und wieder andere sind sowieso ständig auf Facebook und bleiben dort.
Am Ende ist es egal, welche Plattform du nutzt. Hauptsache, du nutzt eine. Jede Sache, die verschenkt statt weggeworfen wird, ist ein kleiner Gewinn.
Nutzt du noch andere Plattformen, die ich nicht erwähnt habe? Schreib mir an hello@pikitup.com