Wenn ich etwas loswerden will, stehe ich oft vor der Wahl: Bringe ich es zum Brockenhaus, oder poste ich es online? Beides hat seine Vorteile, aber auch seine Eigenheiten.
Nach Jahren des Ausprobierens habe ich ein Gefühl dafür entwickelt, was wann besser passt.
Das Brockenhaus: Die klassische Option
Brockenhäuser gibt es seit Jahrzehnten. Caritas, Heilsarmee, lokale Brockis – sie alle nehmen Spenden an und verkaufen sie weiter. Der Erlös geht meist an gemeinnützige Zwecke.
Der grosse Vorteil: Du wirst alles auf einmal los. Kein Koordinieren mit einzelnen Abholern, kein Warten auf Interessenten. Du bringst deine Sachen hin, gibst sie ab, fertig.
Manche Brockenhäuser haben sogar einen Abholservice. Du rufst an, vereinbarst einen Termin, und sie kommen mit dem Lieferwagen. Praktisch, wenn du keine Transportmöglichkeit hast oder sehr viele Sachen loswerden willst.
Der Nachteil: Brockenhäuser sind wählerisch. Sie nehmen nur, was sie auch verkaufen können. Alte IKEA-Möbel, abgenutzte Kleidung, kaputte Elektronik – das wird abgelehnt. Und du weisst vorher nie genau, was sie nehmen und was nicht.
Online-Plattformen: Die direkte Route
Auf Plattformen wie PIKITUP, Facebook-Gruppen oder ähnlichem verschenkst du direkt an andere Menschen. Kein Zwischenhändler, keine Institution.
Der Vorteil: Du bestimmst, was passiert. Du entscheidest, wer es bekommt. Und du siehst, dass jemand sich freut.
Dazu kommt: Online nimmt jemand auch Sachen, die ein Brockenhaus ablehnen würde. Ein altes KALLAX-Regal, das keinen Wiederverkaufswert hat, ist für einen Studenten trotzdem Gold wert.
Der Nachteil: Du musst dich kümmern. Fotos machen, Beschreibungen schreiben, Nachrichten beantworten, Abholungen koordinieren. Das braucht Zeit und Energie.
Was besser wofür taugt
Nach meiner Erfahrung gibt es ein paar klare Tendenzen.
Fürs Brockenhaus eignen sich: Grössere Mengen gemischter Sachen (Haushaltsauflösungen), Vintage-Möbel und Antiquitäten, hochwertige Kleidung, Bücher in grossen Mengen.
Für Online-Plattformen: Einzelne Möbelstücke, Elektronik die noch funktioniert, Kindersachen, Standard-Haushaltswaren, alles wo der Zustand schwer beschreibbar ist (da hilft persönliche Besichtigung).
Manche Dinge funktionieren auf beiden Wegen. Bei vielem kommt es auf deine persönliche Situation an.
Der Zeitfaktor
Wenn du es eilig hast, ist das Brockenhaus oft schneller – vorausgesetzt, sie nehmen deine Sachen an. Du rufst an, bringst es vorbei oder lässt abholen, fertig.
Online kann es schneller gehen, aber auch viel länger dauern. Ein begehrtes Ding ist vielleicht innert Stunden weg. Ein weniger begehrtes steht Wochen online.
Bei Umzügen oder wenn eine Deadline besteht, bevorzuge ich das Brockenhaus für die Masse und Online für die Highlights.
Der emotionale Aspekt
Das klingt jetzt vielleicht merkwürdig, aber: Es macht einen Unterschied, ob du siehst, wer deine Sachen bekommt.
Beim Brockenhaus gibst du ab und gehst. Du weisst nicht, wer dein altes Sofa kauft oder ob es überhaupt verkauft wird. Es ist anonym, effizient, aber auch etwas unpersönlich.
Online lernst du manchmal die Leute kennen. Die Studentin, die sich über den Schreibtisch freut. Die Familie, die das Kinderbett abholt. Das gibt dem Ganzen eine andere Qualität.
Manchmal ist mir das wichtig. Manchmal will ich einfach nur fertig werden. Beides ist okay.
Die Umweltfrage
Beide Optionen sind besser als Wegwerfen. Aber es gibt Unterschiede.
Beim Brockenhaus besteht das Risiko, dass Sachen, die sich nicht verkaufen, am Ende doch entsorgt werden. Die Brockis haben begrenzt Platz und müssen wirtschaftlich arbeiten.
Online geht das Ding direkt zu jemandem, der es will. Keine Zwischenlagerung, kein Risiko, dass es doch im Müll landet.
Andererseits: Wenn niemand online Interesse zeigt, bleibt es bei dir liegen. Das Brockenhaus nimmt dir die Verantwortung ab.
Mein persönlicher Mix
Was ich in der Praxis mache:
Zuerst online die Highlights posten. Die gut erhaltenen Sachen, die interessanten Stücke. Was innerhalb von ein, zwei Wochen nicht weg ist, reduziere ich oder lösche es.
Dann Brockenhaus für den Rest. Alles was übrig ist und noch brauchbar aussieht, bringe ich zum Brocki oder lasse abholen.
Was das Brockenhaus ablehnt – und da bleibt meistens wenig – kommt zur Entsorgung.
So bekomme ich das Beste aus beiden Welten: Die persönliche Befriedigung beim Online-Verschenken und die Effizienz des Brockenhauses.
Fazit
Weder Brockenhaus noch Online ist generell besser. Es kommt darauf an, was du loswerden willst, wie viel Zeit du hast, und was dir wichtig ist.
Probier beides aus und finde deinen eigenen Mix. Hauptsache, die Sachen landen nicht im Müll.
Wie machst du das? Brockenhaus oder Online? Schreib mir – hello@pikitup.com