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Gratis Elektronik: Was du nehmen kannst und wovon du die Finger lässt

Fernseher, Laptops, Haushaltsgeräte – kostenlose Elektronik klingt verlockend. Aber worauf musst du achten, damit du keinen Schrott nach Hause trägst?

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David Novotny

19. Januar 2025

Gratis Elektronik: Was du nehmen kannst und wovon du die Finger lässt

Elektronik ist teuer. Ein neuer Fernseher kostet schnell ein paar Hundert Franken, ein Laptop noch mehr. Kein Wunder, dass kostenlose Geräte verlockend sind. Aber bei Elektronik ist Vorsicht geboten – nicht alles was gratis ist, ist auch gut.

Ich habe im Laufe der Jahre einige Treffer gelandet, aber auch ein paar Fehlgriffe. Hier ist, was ich dabei gelernt habe.

Die goldene Regel: Immer testen

Bei Möbeln siehst du sofort, ob etwas kaputt ist. Bei Elektronik nicht. Ein Gerät kann von aussen perfekt aussehen und trotzdem nicht funktionieren.

Deshalb: Teste immer vor Ort. Nimm nichts mit, das du nicht eingeschaltet hast. Das gilt für Fernseher, Monitore, Haushaltsgeräte – eigentlich alles.

Verschiedene Elektronikgeräte
Verschiedene Elektronikgeräte

Manchmal ist das nicht möglich – das Gerät ist schon ausgesteckt, keine Steckdose in der Nähe. Dann musst du abwägen. Bei kleinen Sachen wie einem Toaster ist das Risiko gering. Bei einem Fernseher, für den du einen Transporter brauchst, ist es ärgerlich, wenn das Ding dann nicht funktioniert.

Was oft funktioniert

Küchengeräte sind erstaunlich zuverlässig. Mixer, Toaster, Kaffeemaschinen – diese Dinge sind simpel gebaut und halten lange. Wenn jemand sie verschenkt, ist es meistens, weil er ein Upgrade gekauft hat, nicht weil sie kaputt sind.

Monitore und Fernseher sind oft brauchbar, wenn der Grund fürs Verschenken klar ist. "Wir haben einen grösseren gekauft" bedeutet meistens, dass das alte Gerät noch funktioniert. "Macht manchmal komische Geräusche" ist eine Warnung.

Drucker sind tricky. Sie funktionieren oft, aber die Patronen sind leer. Ein Drucker ohne Tinte ist wie ein Auto ohne Benzin – technisch okay, praktisch nutzlos. Schau nach, ob Patronen dabei sind, und rechne aus, was neue kosten würden.

Wovon du die Finger lassen solltest

Laptops älter als fünf Jahre sind meistens mehr Ärger als sie wert sind. Der Akku hält nichts mehr, das Betriebssystem ist veraltet, Software läuft nicht mehr. Als Zweitgerät zum Surfen vielleicht, aber zum Arbeiten nicht.

Smartphones sind fast nie gratis – und wenn doch, gibt es einen Grund. Entweder das Display ist kaputt, der Akku macht schlapp, oder es ist so alt, dass keine Updates mehr kommen. Ich würde keine Zeit damit verschwenden.

Alter Laptop auf Holztisch
Alter Laptop auf Holztisch

Alles mit eingebauten Akkus ist problematisch. Akkus verschleissen, und bei älteren Geräten kann das gefährlich werden. Aufgeblähte Akkus sind ein echtes Sicherheitsrisiko.

Wasserkocher und Heizgeräte sind sicherheitskritisch. Wenn ein Wasserkocher ein Problem hat, merkst du es vielleicht erst, wenn er in Flammen steht. Bei solchen Geräten kaufe ich lieber neu.

Die Frage nach dem Warum

Immer nachfragen: Warum wird das verschenkt? Die Antwort sagt dir viel.

"Wir ziehen um und nehmen es nicht mit" – gut, Platzgründe. "Wir haben ein neues gekauft" – gut, Upgrade-Grund. "Funktioniert meistens" – Warnung. "Müsste mal repariert werden" – starke Warnung. "Keine Ahnung ob es noch geht" – Risiko.

Leute sind meistens ehrlich, wenn man direkt fragt. Niemand will sich die Mühe machen, Schrott zu verschenken.

Sicherheit und Datenschutz

Bei Computern und Speichergeräten gilt: Formatieren ist Pflicht. Du weisst nicht, was der Vorbesitzer darauf hatte. Das ist nicht nur eine Datenschutzfrage – es können auch Viren drauf sein.

Bevor du einen gebrauchten Computer benutzt, mach eine saubere Neuinstallation des Betriebssystems. Das dauert eine Stunde, aber du weisst dann, was drauf ist.

Bei Smartphones gilt das gleiche. Factory Reset vor dem ersten Gebrauch. Und ändere alle Standardpasswörter, falls welche gesetzt waren.

Elektroschrott richtig entsorgen

Wenn du Elektronik holst und sie funktioniert dann doch nicht – nicht in den Hausmüll werfen. Das ist illegal und schlecht für die Umwelt.

In der Schweiz kannst du Elektronik kostenlos zurückgeben: bei jedem Händler, der solche Geräte verkauft, oder bei den städtischen Sammelstellen. Das SENS-Recycling-System funktioniert gut.

Ich habe mir angewöhnt, beim Abholen gleich zu sagen: "Wenn's nicht funktioniert, bringe ich es zur Sammelstelle." Das nimmt den Druck raus.

Was sich wirklich lohnt

Nach all den Warnungen: Es gibt echte Schnäppchen. Ich habe meinen aktuellen Monitor gratis bekommen – 27 Zoll, funktioniert einwandfrei. Der Vorbesitzer ist auf zwei Monitore umgestiegen und hatte keinen Platz mehr.

Gute Lautsprecher werden manchmal verschenkt, weil sie zu gross sind oder nicht zum neuen Wohnstil passen. Soundqualität altert nicht.

Spielkonsolen älterer Generationen tauchen auf, wenn Leute auf die neuste Generation upgraden. Eine PS4 ist kein Schrott nur weil es eine PS5 gibt.

Und Kabel. Immer Kabel. HDMI, USB, Stromkabel – irgendjemand hat immer welche über. Die sammeln sich an, und oft sind sie noch völlig brauchbar.

Fazit

Gratis Elektronik kann funktionieren, wenn du vorsichtig bist. Teste vor Ort, frag nach dem Grund, sei skeptisch bei kritischen Geräten. Und wenn etwas nicht funktioniert, entsorge es richtig.

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