Pflanzen sind teuer geworden. Ein Monstera-Ableger im Laden kostet plötzlich 30 Franken, eine ausgewachsene Pflanze noch mehr. Dabei vermehren sich die Dinger praktisch von selbst.
Die Pflanzen-Community hat das verstanden. Hier wird getauscht, geteilt und verschenkt wie nirgendwo sonst. Willkommen in einer der freundlichsten Ecken der Gratis-Welt.
Warum Pflanzen perfekt zum Teilen sind
Pflanzen vermehren sich. Das ist ihre Natur. Eine Monstera macht Ableger, eine Grünlilie wirft Kindel ab, ein Philodendron lässt sich aus Stecklingen ziehen. Wer Pflanzen hat, hat bald mehr Pflanzen als Platz.
Was machst du mit dem zehnten Ableger deiner Efeutute? Wegwerfen fühlt sich falsch an. Verkaufen ist Aufwand für ein paar Franken. Verschenken ist die natürliche Lösung.
Dazu kommt: Pflanzenleute sind nett. Ich weiss, das klingt pauschal, aber es stimmt. Wer sich für Pflanzen interessiert, hat meistens eine gewisse Ruhe und Geduld. Das merkt man in den Gruppen und bei den Treffen.
Was du gratis bekommst
Ableger sind am häufigsten. Jede Pflanze, die sich teilen lässt, erzeugt Überschuss. Monstera, Pothos, Pilea, Tradescantia – die Klassiker gibt es praktisch immer.
Ausgewachsene Pflanzen werden verschenkt, wenn Leute umziehen oder die Pflege nicht mehr schaffen. Eine grosse Yucca braucht Platz und regelmässige Aufmerksamkeit. Wenn sich die Lebensumstände ändern, wird sie oft abgegeben.
Balkonpflanzen und Gartenpflanzen tauchen saisonal auf. Im Herbst, wenn die Balkone geräumt werden. Im Frühling, wenn Gärtner ausdünnen.
Samen und Zwiebeln werden manchmal auch geteilt, aber seltener.
Die Pflanzen-Community
Es gibt eigene Facebook-Gruppen nur für Pflanzentausch. "Zimmerpflanzen tauschen Zürich", "Plant Swap Schweiz" – so heissen die. Die Stimmung dort ist anders als in allgemeinen Gratis-Gruppen. Freundlicher, entspannter.
Instagram hat eine grosse Pflanzen-Community. Unter Hashtags wie #PlantSwap oder #Ablegeraktivist findest du Leute, die tauschen wollen. Das funktioniert auch in der Schweiz.
Und dann gibt es die physischen Tauschbörsen. In manchen Städten werden regelmässig Events organisiert, wo Pflanzenfreunde zusammenkommen und tauschen. Meistens in Parks oder Gemeinschaftszentren.
Worauf du achten solltest
Gesundheit ist bei Pflanzen wichtig. Schädlinge können sich ausbreiten, und kranke Pflanzen erholen sich nicht immer.
Schau dir die Blätter an: Sind Flecken oder Verfärbungen? Siehst du kleine Punkte, die Spinnmilben sein könnten? Kleben die Blätter von Läuseausscheidungen?
Wenn du eine neue Pflanze nach Hause bringst, stell sie erstmal in Quarantäne. Nicht direkt neben deine anderen Pflanzen, sondern separat. Ein paar Wochen Beobachtung, und wenn alles okay ist, darf sie zu den anderen.
Bei Ablegern: Haben sie schon Wurzeln? Ein bewurzelter Ableger hat bessere Chancen als einer frisch abgeschnitten. Frag nach, wie weit die Wurzelbildung ist.
Tipps fürs Abholen
Bring einen eigenen Topf oder Behälter mit. Viele Leute verschenken nur die Pflanze, nicht das Gefäss.
Bei grösseren Pflanzen: Miss vorher ab, ob sie ins Auto passt. Eine mannshohe Yucca in einen Kleinwagen zu quetschen ist... eine Erfahrung.
Frag nach Pflegehinweisen. Nicht jeder weiss, wie viel Licht oder Wasser eine bestimmte Pflanze braucht. Wenn der Vorbesitzer sie jahrelang gepflegt hat, hat er wertvolles Wissen.
Selbst verschenken
Wenn du Ableger hast, biete sie an. Die Nachfrage ist da.
Was gut ankommt: Bewurzelte Ableger in kleinen Töpfen. Das ist weniger Risiko für den Empfänger und sieht netter aus als ein Steckling im Glas.
Ein Foto hilft – nicht nur von dem Ableger, sondern auch von der Mutterpflanze. So sehen die Leute, wie ihr neuer Schützling mal aussehen wird.
Und falls du mehrere Sorten hast: Biete sie zusammen an. "Verschiedene Ableger: Monstera, Pothos, Pilea" zieht mehr Interesse als einzelne Postings.
Über den Wert von Pflanzen
In Gartencentern sind Pflanzen Produkte mit Preisschildern. In der Tausch-Community sind sie Lebewesen, die geteilt werden.
Dieser Unterschied verändert den Umgang. Wer eine Pflanze geschenkt bekommt, fühlt sich oft verantwortlicher als wer eine kauft. Die Pflanze kommt von jemandem, der sie gepflegt hat. Das schafft eine Verbindung.
Ich habe Pflanzen im Wohnzimmer, von denen ich weiss, woher sie kommen. Die Monstera von Maria, die Tradescantia von dem netten Paar aus Oerlikon. Das sind keine anonymen Supermarkt-Pflanzen. Das sind Geschichten.
Fazit
Die Pflanzen-Community ist eine der schönsten Ecken der Gratis-Welt. Hier wird aus Überfluss geteilt, aus Freude am Grünen, aus Verbundenheit mit Gleichgesinnten.
Wenn du Pflanzen magst, schau dich um. Auf PIKITUP, in den Tauschgruppen, auf Pflanzenbörsen. Dein nächster grüner Mitbewohner wartet vielleicht schon irgendwo auf dich.
Hast du Pflanzen-Geschichten? Schreib mir – hello@pikitup.com