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Frühjahrsputz: 30 Dinge, die du jetzt verschenken kannst

Der Frühling ist da, Zeit auszumisten. Hier sind Dinge, die du loswerden kannst – und die andere Leute garantiert suchen.

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David Novotny

4. Januar 2025

Frühjahrsputz: 30 Dinge, die du jetzt verschenken kannst

Es ist März, die Tage werden länger, und irgendwas in der Luft lässt mich jedes Jahr aufs Neue denken: Zeit aufzuräumen. Die Japaner nennen es "Oosouji", wir sagen Frühjahrsputz. Egal wie du es nennst – es ist die perfekte Zeit, dich von Dingen zu trennen, die du nicht mehr brauchst.

Aber Wegwerfen? Muss nicht sein. Die meisten Sachen, die bei dir verstauben, kann jemand anderes gut gebrauchen. Hier sind ein paar Ideen, was du jetzt verschenken könntest.

Klamotten, die du seit einem Jahr nicht getragen hast

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Öffne deinen Kleiderschrank und schau dir jedes Teil an. Wann hast du es zuletzt getragen? Wenn die Antwort "letzten Sommer" oder noch länger her ist, wird sich das wahrscheinlich nicht ändern.

Ich hatte jahrelang Hemden im Schrank, die mir nie richtig gepasst haben. Immer dachte ich: Irgendwann trag ich die noch. Irgendwann kam nie. Als ich sie endlich verschenkt habe, hat sich jemand richtig gefreut – und ich hatte endlich Platz.

Kleiderschrank mit aufgehängten Kleidern
Kleiderschrank mit aufgehängten Kleidern

Besonders gefragt sind übrigens Winterjacken (jetzt wo der Winter vorbei ist, denken wenige dran), Business-Kleidung und Kindersachen. Letztere gehen weg wie warme Weggli, weil Kinder so schnell rauswachsen.

Bücher, die du nie wieder lesen wirst

Hand aufs Herz: Wie viele Bücher stehen in deinem Regal, die du einmal gelesen hast und nie wieder aufschlagen wirst? Bei mir waren es über fünfzig.

Bücher loszulassen fällt vielen schwer. Es fühlt sich fast respektlos an gegenüber dem Wissen darin. Aber was bringt ein Buch, das Staub ansetzt? In jemand anderem Händen erfüllt es seinen Zweck viel besser.

Ein Freund von mir hat seine komplette Krimi-Sammlung verschenkt – über hundert Bücher. Eine Rentnerin aus dem Quartier hat sich gemeldet und war überglücklich. Das ist doch besser, als wenn die Bücher in einem Karton im Keller vergammeln.

Die Küchengeräte, die du einmal benutzt hast

Du weisst genau, wovon ich rede. Der Entsafter, den du nach dem Neujahrsvorsatz gekauft hast. Die Eismaschine, die einmal rauskam und seitdem im Schrank steht. Die Brotbackmaschine, die nach zwei Versuchen zu kompliziert wurde.

Diese Geräte funktionieren perfekt, sie passen nur nicht zu deinem Leben. Aber sie passen vielleicht perfekt zu jemandem, der tatsächlich jeden Morgen frisch gepressten Saft trinkt.

Ich habe letztes Jahr meine Raclette-Pfanne verschenkt. Klingt komisch in der Schweiz, aber ich bin meistens alleine und Raclette für eine Person ist irgendwie traurig. Eine Familie mit drei Kindern hat sich gemeldet – die nutzen das Ding jetzt regelmässig.

Sportgeräte für Hobbys, die du aufgegeben hast

Hier wird es persönlich. Wir alle haben diese Phase gehabt, in der wir überzeugt waren, jetzt aber wirklich mit dem Joggen anzufangen. Oder Yoga. Oder Klettern.

Die Laufschuhe, die du dreimal getragen hast. Die Yogamatte, die du beim Umzug wiedergefunden hast. Die Hanteln, die als Türstopper dienen. Das alles kann weg.

Sportgeräte auf Holzboden
Sportgeräte auf Holzboden

Ich weiss, es fühlt sich an wie ein Eingeständnis des Scheiterns. Ist es nicht. Es ist Realismus. Und es gibt da draussen Leute, die diese Sachen wirklich nutzen werden.

Elektronik-Kabel und Ladegeräte

Jeder hat diese Schublade. Die mit den Kabeln, von denen man nicht mehr weiss, wozu sie gehören. USB-Kabel in drei verschiedenen Versionen, Ladegeräte für Handys, die du längst nicht mehr besitzt.

Hier lohnt sich ein Sortieren: Was davon funktioniert noch und ist aktuell? Ein USB-C-Kabel braucht fast jeder. Ein Ladegerät für ein Nokia 3310 eher nicht. Funktionierende Kabel und Netzteile werden oft gesucht – die anderen dürfen in den Elektroschrott.

Möbel, die nicht mehr zum Stil passen

Wir ändern uns, und unser Geschmack ändert sich mit. Das KALLAX-Regal, das in der Studenten-WG perfekt war, passt vielleicht nicht mehr zur neuen Wohnung. Der bunte Couchtisch, der damals ironisch war, wirkt jetzt nur noch schräg.

Das ist okay. Dinge, die nicht mehr zu deinem Leben passen, können woanders ein zweites Leben finden. Gerade Studenten und junge Leute sind oft dankbar für Möbel, die sie sich neu nicht leisten könnten.

Spielzeug und Kindersachen

Falls du Kinder hast – oder hattest, die jetzt älter sind – kennst du das Problem. Spielzeug vermehrt sich irgendwie von alleine. Und plötzlich hast du drei Kisten voll mit Lego, Playmobil und Plüschtieren.

Kindersachen sind übrigens die Kategorie, die am schnellsten wegging, als ich angefangen habe zu verschenken. Junge Eltern sind ständig auf der Suche, weil Kinder so schnell wachsen und sich Spielzeug-Vorlieben alle paar Monate ändern.

Dekoration und Kleinkram

Hier wird's fies, weil man sich an Deko irgendwie gewöhnt. Die Vase, die seit fünf Jahren auf dem Regal steht. Die Kerzenhalter, die nie eine Kerze gesehen haben. Die gerahmten Poster aus der Uni-Zeit.

Geh mal durch deine Wohnung und schau bewusst hin. Was davon bringt dir wirklich Freude? Was ist einfach nur da, weil es immer da war?

Minimalistisches Wohnzimmer
Minimalistisches Wohnzimmer

Weniger Zeug bedeutet auch weniger Putzen, weniger Staubwischen, weniger mentale Last. Das klingt esoterisch, aber seit ich meine Wohnung entrümpelt habe, fühle ich mich tatsächlich leichter.

Wie du die Sachen am besten loswirst

Okay, du hast jetzt eine Kiste voller Dinge, die du verschenken willst. Was nun?

Der einfachste Weg: Ein Posting auf PIKITUP machen. Foto, kurze Beschreibung, Standort – fertig. Die Leute in deiner Nähe sehen es und können abholen. Kein Versand, kein Stress, kein Nachrichten-Hin-und-Her.

Für Klamotten gibt es auch Givebox-Standorte in vielen Städten. Das sind öffentliche Schränke, wo du Sachen reinlegen und andere sie mitnehmen können. Anonym und unkompliziert.

Bei grösseren Mengen – zum Beispiel nach einer richtigen Entrümpelung – kannst du auch überlegen, alles auf einmal anzubieten. "Kiste mit Büchern", "Karton voller Küchenkram". Manchmal nimmt jemand das Ganze und sortiert selbst.

Ein letzter Gedanke

Frühjahrsputz ist nicht nur Ausmisten. Es ist auch ein Moment der Reflexion. Was brauchst du wirklich? Was hast du angesammelt, obwohl es keinen Platz in deinem Leben hat?

Ich mache das jetzt jedes Jahr, und jedes Jahr wird es einfacher. Nicht weil ich weniger habe, sondern weil ich bewusster sammle. Bevor ich etwas kaufe, frage ich mich: Werde ich das in einem Jahr verschenken? Wenn ja, brauche ich es wahrscheinlich nicht.

Also, worauf wartest du? Der Frühling ist da, die Sonne scheint, und irgendwo wartet jemand auf genau das, was bei dir verstaubt.


Was hast du bei deinem letzten Frühjahrsputz losgelassen? Schreib mir an hello@pikitup.com – ich bin neugierig.

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