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Sachen loswerden ohne Stress: Ein entspannter Ansatz

Entrümpeln muss nicht überwältigend sein. Wie du dich von Dingen trennst, ohne dass es zur Mammutaufgabe wird.

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David Novotny

3. Februar 2025

Sachen loswerden ohne Stress: Ein entspannter Ansatz

Ich kenne Menschen, die seit Jahren Sachen loswerden wollen. Der Keller ist voll, die Schränke quellen über, aber irgendwie passiert nichts. Nicht weil sie faul wären, sondern weil die Aufgabe so gross scheint, dass sie gar nicht erst anfangen.

Falls das auf dich zutrifft: Hier ist ein entspannterer Ansatz.

Das Problem mit dem Alles-auf-einmal

Die meisten Ratgeber sagen: Räum alles aus, sortiere, entscheide. Das funktioniert für manche Menschen. Für andere ist es überwältigend.

Wenn du vor einem Berg von Sachen stehst und bei jedem Teil entscheiden musst – behalten oder nicht – ist das anstrengend. Emotional und mental. Nach zwei Stunden bist du erschöpft und hast vielleicht ein Regal geschafft.

Überfüllter Schrank
Überfüllter Schrank

Das Ergebnis: Du hörst auf, bevor du fertig bist. Und weil du nicht fertig geworden bist, fängst du beim nächsten Mal wieder bei null an. Ein frustrierender Kreislauf.

Der Fünf-Minuten-Ansatz

Was mir geholfen hat: Jeden Tag fünf Minuten. Nicht mehr.

Fünf Minuten sind kurz genug, um keine Ausrede zu finden. Du findest immer fünf Minuten. Vor dem Frühstück, nach dem Abendessen, während der Kaffee durchläuft.

In fünf Minuten schaffst du nicht viel, aber du schaffst etwas. Eine Schublade. Ein Regalbrett. Eine Ecke.

Das summiert sich. Fünf Minuten am Tag sind über 30 Stunden im Jahr. Das ist viel Entrümpelung.

Die Ein-Sache-Regel

Eine noch einfachere Variante: Jeden Tag eine Sache loswerden.

Nur eine. Nicht mehr, nicht weniger. Ein T-Shirt, das du nicht mehr trägst. Ein Buch, das du nie lesen wirst. Ein Kabel, das zu nichts passt.

Das klingt nach wenig, aber rechne mal: Eine Sache am Tag sind 365 Sachen im Jahr. Das ist ein signifikanter Unterschied in deiner Wohnung.

Und weil es so wenig ist, machst du es auch an Tagen, an denen du müde bist, gestresst bist, keine Lust hast. Es ist fast unmöglich, eine Ausrede für eine einzige Sache zu finden.

Der Zwischen-Stapel

Bei manchen Dingen bin ich unsicher. Ich weiss nicht, ob ich sie behalten will oder nicht. Was dann?

Früher habe ich diese Sachen einfach wieder zurückgelegt. Damit war die Entscheidung aufgeschoben, aber nicht getroffen.

Jetzt habe ich einen Zwischen-Stapel. Eine Kiste, in die solche Sachen kommen. Wenn die Kiste voll ist, schaue ich sie nochmal durch. Oft ist nach ein paar Wochen klarer, ob ich die Sache vermisst habe oder nicht.

Spoiler: Meistens habe ich sie nicht vermisst.

Auslöser nutzen

Statt einen grossen Entrümpelungs-Tag zu planen, nutze ich kleine Auslöser im Alltag.

Wenn ich neue Kleidung kaufe: Ein altes Teil muss gehen.

Wenn ich ein Buch fertig gelesen habe: Behalten oder weitergeben?

Wenn ich etwas suche und den Schrank durchforste: Dabei aussortieren, was mir auffällt.

Ordentlich sortierte Schubladen
Ordentlich sortierte Schubladen

Diese Gelegenheiten kommen natürlich vor. Ich muss sie nur nutzen.

Der Weg nach draussen

Sachen auszusortieren ist nur die halbe Arbeit. Sie müssen auch aus der Wohnung.

Mein System: Eine Kiste neben der Tür für Sachen, die gehen sollen. Wenn sie voll ist, poste ich sie auf PIKITUP oder bringe sie zum Brockenhaus.

Wichtig ist, dass die aussortierten Sachen nicht wieder in der Wohnung verschwinden. Wenn sie einmal auf dem "Geht weg"-Stapel sind, kommen sie nicht zurück.

Mit Emotionen umgehen

Manche Sachen loszulassen ist emotional schwer. Das Geschenk von jemandem, der nicht mehr da ist. Das Souvenir von einer Reise. Das Kleidungsstück, das zu einer bestimmten Zeit in deinem Leben gehörte.

Hier hilft mir die Unterscheidung: Die Erinnerung ist in mir, nicht im Gegenstand.

Manchmal mache ich ein Foto, bevor ich etwas weggebe. So habe ich eine visuelle Erinnerung, ohne den Platz zu brauchen.

Und manchmal behalte ich Sachen, obwohl sie keinen praktischen Nutzen haben. Weil sie mir wichtig sind. Das ist auch okay. Minimalismus heisst nicht, alles wegzugeben. Es heisst, bewusst zu entscheiden.

Erfolge anerkennen

Es ist leicht, sich auf das zu fokussieren, was noch zu tun ist. Der volle Keller, die überfüllten Schränke, die endlose Arbeit.

Aber schau auch auf das, was du geschafft hast. Die Schublade, die jetzt ordentlich ist. Das Regal, das wieder Platz hat. Die Sachen, die jemand anderem Freude machen.

Das motiviert weiterzumachen.

Niemand ist perfekt

Ich lebe nicht in einer minimalistisch-leeren Wohnung. Ich habe immer noch Sachen, die ich nicht brauche. Manchmal häufen sie sich wieder an.

Das ist okay. Entrümpeln ist kein Projekt mit Enddatum. Es ist eine fortlaufende Praxis. Manchmal läuft es besser, manchmal schlechter.

Der Punkt ist nicht Perfektion. Der Punkt ist, in die richtige Richtung zu gehen. Ein bisschen weniger Zeug, ein bisschen mehr Platz, ein bisschen mehr Klarheit.

Fazit

Sachen loswerden muss kein stressiges Grossprojekt sein. Fünf Minuten am Tag, eine Sache nach der anderen – das summiert sich.

Und wenn du bereit bist, etwas weiterzugeben: PIKITUP macht es einfach. Eine kurze Beschreibung, ein Foto, fertig. Jemand in deiner Nähe freut sich.

Fang heute an. Eine Sache. Nur eine.


Wie gehst du mit dem Entrümpeln um? Schreib mir – hello@pikitup.com

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