Der Dezember ist vorbei, die Geschenke sind ausgepackt, und irgendwo in der Wohnung stapeln sich Schachteln. Vielleicht hast du eine neue Kaffeemaschine bekommen – aber die alte funktioniert ja noch. Vielleicht neue Bücher – aber das Regal ist schon voll.
Das ist der perfekte Moment zum Ausmisten. Und der perfekte Moment zum Verschenken.
Das Geschenk-Dilemma
Jedes Jahr das Gleiche: Man bekommt Sachen, die man nicht braucht, aber nicht ablehnen kann. Die dritte Duftkerze, das Buch das man schon hat, der Schal in einer Farbe die man nie trägt.
Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen: Es ist okay, Geschenke weiterzugeben. Das ist kein Verrat an der Person, die es geschenkt hat. Im Gegenteil – wenn jemand anderes das Ding mehr schätzt, erfüllt es seinen Zweck besser.
Natürlich solltest du nicht das handgestrickte Geschenk der Grossmutter verschenken. Aber die Standardsachen – den Bestseller, den Schal, das Küchenzubehör – die dürfen gehen.
Ein Tipp: Warte ein paar Wochen. Nicht weil du schlechtes Gewissen haben solltest, sondern weil der Markt nach Weihnachten überflutet ist. Im Februar suchen weniger Leute nach Kerzen.
Das "Neue verdrängt Altes"-Prinzip
Für mich funktioniert eine einfache Regel: Wenn etwas Neues kommt, geht etwas Altes.
Du hast einen neuen Pulli bekommen? Schau in den Schrank, welchen du seit einem Jahr nicht mehr getragen hast. Der kann gehen.
Neue Bücher? Zeit, die auszusortieren, die du nie wieder lesen wirst.
Neue Küchenmaschine? Die alte Kaffeemaschine, die noch funktioniert aber nicht mehr gebraucht wird, kann jemand anderem eine Freude machen.
Das ist keine strenge Mathematik – man muss nicht für jede Sache eine rausgeben. Aber das Prinzip hilft, nicht endlos zu akkumulieren.
Der Jahreswechsel als psychologischer Moment
Es ist kein Zufall, dass viele Leute zum Jahreswechsel ausmisten. Der Januar fühlt sich nach Neuanfang an. Alte Last loswerden, frisch starten.
Ich nutze diese Energie bewusst. In der ersten Januarwoche gehe ich durch die Wohnung und frage mich: Was hat mir im letzten Jahr nicht gedient? Was habe ich nicht benutzt, nicht getragen, nicht angeschaut?
Diese Sachen kommen auf einen Stapel. Dann entscheide ich: Verkaufen, verschenken oder – im schlimmsten Fall – entsorgen. Meistens verschenken, weil der Aufwand fürs Verkaufen selten den Ertrag wert ist.
Kindersachen nach Weihnachten
Falls du Kinder hast, kennst du das Problem: Zu Weihnachten kommen gefühlt hundert neue Spielzeuge. Aber wohin damit, wenn das Kinderzimmer schon voll ist?
Hier hilft eine Vereinbarung, die ich von Freunden übernommen habe: Vor Weihnachten wird aussortiert. Die Kinder dürfen mitentscheiden, was geht. Nicht alles, aber ein paar Sachen. Das schafft Platz und – vielleicht wichtiger – lehrt einen gesunden Umgang mit Besitz.
Die aussortierten Sachen können dann verschenkt werden. Kinderspielzeug geht immer schnell weg, weil Kinder so schnell rauswachsen und immer jemand gerade sucht.
Was sich besonders lohnt zu verschenken
Nach meiner Erfahrung sind bestimmte Sachen in der Nach-Weihnachtszeit besonders gefragt:
Bücher, die du als Geschenk bekommen hast, aber schon kennst oder nicht lesen wirst. Jemand anderes freut sich.
Haushaltselektronik, die du durch ein Upgrade ersetzt hast. Dein alter Mixer funktioniert noch? Dann kann er einem Studenten die erste Wohnung erleichtern.
Dekoration, die nicht mehr zu deinem Stil passt. Weihnachtsdeko, die du nie aufgehängt hast. Vasen, Bilderrahmen, Kerzenhalter.
Und – oft vergessen – Verpackungsmaterial. Saubere Kartons, Füllmaterial, sogar Geschenkpapier, das noch brauchbar ist. Leute, die umziehen, suchen ständig nach Kartons.
Ein nachhaltigerer Start ins Jahr
Ich denke mittlerweile anders über Besitz. Nicht alles was ich habe, muss ich behalten. Und nicht alles, was ich nicht mehr brauche, ist Müll.
Der Januar ist eine gute Zeit, diese Einstellung zu praktizieren. Schau dich um, frag dich, was du wirklich brauchst, und gib den Rest weiter. Jemand anders wird sich freuen, und du hast mehr Platz – physisch und mental.
Wenn du ausmistest, schau auf PIKITUP vorbei. Die Karte zeigt dir, was in deiner Nähe gesucht wird. Und wenn du selbst etwas verschenken willst, dauert ein Posting keine zwei Minuten.
Was hast du nach Weihnachten losgelassen? Erzähl mir davon – hello@pikitup.com